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Wirtschaftsweise im Fokus der Kreditversicherer

12.11.2015 – Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat gestern sein Jahresgutachten vorgestellt. Eine zentrale These zur Flüchtlingsfrage darin: “Wir schaffen das tatsächlich auch finanziell.” Dem Handelsblatt bleiben die Wirtschaftsweisen gegenüber der Regierungspolitik zu brav. Für VWheute kommentieren die Kreditversicherer Atradius und Coface.

Téva Perreau, Regional General Manager Nordeuropa, Coface:
Die neuen Prognosen der Wirtschaftsweisen decken sich weitgehend mit unseren Erwartungen zum weiteren Konjunkturverlauf in Deutschland. Als Kreditversicherer betrachten wir aber nicht nur die Binnenkonjunktur sehr genau. Wichtig für die exportierenden Unternehmen ist das Risiko in den Auslandsmärkten. Und da sehen wir leider einige eher ungünstige Indikatoren. Die Entwicklung in Lateinamerika, besonders Brasilien, in Asien, besonders China, aber auch dessen Nachbarländern, sowie in Russland müssen wir kritisch beobachten. Wenig überraschend, erkennen auch die Wirtschaftsprofessoren einen anhaltenden Gegenwind für die deutschen Exporteure aus den Schwellenländern. Eine harte Landung in China haben sie zwar nicht auf dem Schirm. Dennoch geht der Rat davon aus, dass die Schwächephase in dieser Ländergruppe fortdauern wird. Lichtblicke für die deutsche Exportwirtschaft gibt es dagegen aus den USA, Großbritannien sowie mit Abstrichen aus Europa. Alles in allem bestätigt sich im Jahresgutachten auch unser Bild, dass das deutsche Wachstum vor allem durch die Binnennachfrage, und dabei durch die kauffreudigen Verbraucher angetrieben wird. Höhere Wachstumsraten wären für unsere Volkswirtschaft nur dann möglich, wenn die Schwellenländer ihre Schwächephase schnell überwinden könnten. Davon ist derzeit aber nicht auszugehen.

John Loiré, Chefvolkswirt von Atradius:
Das Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen befasst sich u.a. mit der Geldmarktpolitik der Europäischen Zentralbank. Die Novemberausgabe unseres Economic Outlooks bestätigt ebenfalls, dass das expansive Programm zur Abmilderung der Krise geführt hat. Die Exporte wurden durch den niedrigeren Euro gefördert. Die Kreditvergabe zeigt erste Zeichen der Erholung. Bis alle Ziele erreicht sind, sollte diese Politik fortgesetzt werden. Das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP wird aus unserer Sicht zukünftige Exporte ankurbeln, indem Einfuhrzölle und insbesondere Handelshindernisse verringert werden. Dies ist wichtig, da wir aktuell weniger Nachfrage aus den Schwellenländern beobachten, die wiederum einen negativen Einfluss auf den Welthandel haben. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland bleibt moderat in diesem Jahr, ebenso 2016. Noch immer ist die Forderung nach einem flexibleren Arbeitsmarkt gerechtfertigt, um die zukünftigen Herausforderungen wie das Thema Alterspyramide zu meistern. Wir nutzen neben weiteren Quellen Analysen wie diese, um die Chancen und Risiken zu untersuchen, denen wir als Kreditversicherer insbesondere auf Länderebene begegnen. (vwh/ku)

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