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“Wir setzen auf Aufklärung und Prävention”

16.04.2015 – goeler-150Im vergangenen Jahr waren laut einer KPMG-Studie vier von zehn Unternehmen Opfer von Computerkriminalität. Die Gefahr wird erkannt, das eigene Risiko jedoch verdrängt. Nach Ansicht von Christian von Göler, Geschäftsführer bei der Best Gruppe, ist der beste Schutz, “es erst gar nicht zu einem Cyber-Überfall kommen zu lassen”. Der Versicherungsmakler setzt auf Aufklärung und Prävention, wie er im Interview mit VWheute berichtet.

VWheute: Studien zufolge tun viele Mittelständler zu wenig, um sich vor Datendieben zu schützen. Das ist doch schlicht fahrlässig. Wie erleben Sie das als Versicherungsmakler für mittelständische Unternehmen in Ihrer täglichen Praxis?

Christian von Göler: Unserer Erfahrung nach wird nicht nur das Risiko selbst, sondern insbesondere auch die Gesetzeslage unterschätzt. Wer Daten Dritter be- und verarbeitet, speichert und womöglich auch noch externen Dritten im Rahmen der “täglichen Arbeit” zur Verfügung stellt, trägt für den Schutz der Daten die Verantwortung. Kommt es zu einem Datendiebstahl, wird das Unternehmen zur Rechenschaft gezogen. Und zwar auch dann, wenn dem Betroffenen – also dem, dessen Daten entwendet wurden – noch gar kein Schaden entstanden ist. Vom Reputationsschaden für den einzelnen Betrieb und den Kosten für Forensik – das heißt die Feststellung, an welcher Stelle und wie Daten entwendet wurden und womöglich noch weiter entwendet werden können – sprechen wir hier noch gar nicht.

VWheute: Versicherungsschutz wird ja durchaus angeboten. Reicht das aus?

Christian von Göler: Der beste Schutz ist, es gar nicht erst zu einem Cyber-Überfall und dem daraus resultierenden Schaden kommen zu lassen. Wir setzen daher in allen Bereichen auf Aufklärung und Prävention. Wir machen dafür die tatsächliche, jedes Unternehmen betreffende Gefahr über konkrete Beispiele aus der Praxis greifbar und für den Unternehmer im eigenen Unternehmen identifizierbar – was etwaig erforderliche Maßnahmen zur Prävention nach sich zieht.

VWheute: Wie gehen Sie dabei vor?

Christian von Göler: Wir setzen dazu unter anderem unsere Best-Risiko-Matrix ein. Gemeinsam mit dem Kunden nehmen wir eine individuelle Gefahreneinschätzung hinsichtlich unterschiedlicher Teilbereiche vor, ermitteln die Risikobereitschaft des Kunden, legen Schwachstellen offen und erarbeiten schließlich mögliche Lösungen für den erforderlichen Risikoschutz. Dies paaren wir mit einem einfachen, aber fundierten und vor allem verständlichen Hinweis auf die gesetzlichen Vorschriften und beziehen im Bereich Cyber natürlich auch des Mandanten IT-Fachleute und Datenschutzbeauftragten mit ein.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteurin Katja Schuld.

Bild: Christian von Göler ist Geschäftsführer bei der Düsseldorfer Best Gruppe, ein Versicherungsmakler für die Immobilienwirtschaft und inhabergeführte Betriebe des Mittelstandes. (Quelle: Best Gruppe)

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