Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Windparks bergen erhebliches Schadenspotenzial

21.08.2015 – Windrad by_Thorben Wengert_pixelio.de -Seit einem Materialfehler des Windparks “BARD 1″ in der Nordsee fließt kein Strom ins öffentliche Netz. Die Ursache ist nicht geklärt, die Schadenssumme immens. Gefahrenpotenziale solcher Offshore-Produkte richtig einzuschätzen, erfordert eine umfassende Expertise. Dabei bedarf es Deckungskonzepten für drei Phasen – für die Herstellung von Offshore-Produkten, die Installation derartiger Anlagen und den anschließenden Betrieb.

Im Rahmen der Energiewende schreitet der Ausbau erneuerbarer von Windparks immer weiter voran. Werden die schiere Anlagegröße, aufwendige Logistik, erschwerte Installation sowie der Betrieb und die Wartung auf hoher See berücksichtigt, ergeben sich hierbei Milliardeninvestitionen. Angesichts dieser immensen Summen werden entsprechende Absicherungen für die Offshore-Windenergie nachgefragt. Im Rahmen der Haftpflichtversicherung werden Deckungskonzepte für die Herstellung, die Installation sowie den Betrieb solcher Windanlagen angeboten.

Da beim Produktionsprozess die meisten Hersteller nicht wissen, dass bestimmte Bauprodukte in Offshore-Anlagen Verwendung finden und letztlich Belastungen durch Wind und Wasser ausgesetzt sind, birgt dies ein schwierig einzuschätzendes Risiko beim Zusammenwirken unterschiedlicher Einzelteile. Schließlich ist bei Materialfehlern die Schadensursache nicht immer eindeutig feststellbar.

Das exponierteste Risiko stellt die Installation einzelner Anlagen dar, weil auch Personenschäden denkbar sind. Bei der Errichtung des Windparks “BARD 1″ wurden durch das Lösen einer Anlandeplattform ein Berufstaucher und ein Arbeiter getötet.

Beim Betrieb von Offshore-Anlagen sind besonders die Reparaturkosten herausragend. Die dafür nötigen Spezialschiffe existieren nur in geringer Stückzahl und sind nicht immer verfügbar. Neben Aus- und Einbaukosten erwartet die Betreiber höchstwahrscheinlich auch ein Produktionsausfall. Aufgrund der großen Mengen an Öl in derartigen Anlagen, müssen auch mögliche Umweltschäden berücksichtigt werden. Insbesondere privatrechtliche Schadensersatzansprüche seitens der Fischereiindustrie oder öffentlich-rechtliche Ansprüche bei einer Ölverschmutzung. (vwh/dg)

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten