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Windenergie: Versicherer als institutionelle Investoren

11.03.2014 – windraeder-150Windenergie gehört auch 2013 bei den Versicherern zu den bevorzugten alternativen Assetklassen. In Deutschland, aber auch in Frankreich und Italien, stehen die Zeichen weiter auf  Zuwachs. Doch wie entwickelt sich angesichts des zunehmenden Marktanteils der Windenergie die Finanzierungsseite?

Dieser Frage wird unter anderen auf der Europäischen Windenergie-Konferenz 2014 nachgegangen, die von der European Wind Energy Association (EWEA) bis zum 13. März in Barcelona veranstaltet wird. Trotz bereits mehr als 2.000 installierter Offshore-Turbinen bleibt der Zubau von Windrädern auf See eine technische Herausforderung. Im Schnitt beträgt die Entfernung zur Küste 30 Kilometer. Aber auch Entfernungen von bis zu 100 Kilometer werden realisiert. Immer wieder auftauchende Negativmeldungen zeugen von Problemen mit dem Wetter und auch technischer Art. Die Risiken sind also nach wie vor groß.

Folglich ist es nicht verwunderlich, dass die mit Abstand größten Finanzierungsanteile nach wie vor die Betreiber tragen, die die technischen Schwierigkeiten noch am besten abschätzen können. Hinter den Betreibern stehen meist Fremdkapitalgeber, in der Hauptsache private Banken und öffentliche Finanzierer wie die KfW oder die Europäische Investitionsbank. Im Jahr 2013 wurde 73 Prozent der ans Netz gegangenen Kapazität durch die Betreiber finanziert, 15 Prozent von Projektentwicklern und lediglich zwölf Prozent durch Finanzinvestoren. Vorreiter bei den Finanzinvestoren sind vielfach solche, die dem Geschäft nahe sind und durch Finanzierungen Projekte in den eigenen Konzern holen.

Die Versicherer als institutionelle Investoren kommen bisher vor allem ins Spiel, wenn Windparks schon im Bau oder am Netz sind und damit die in die Projektierungsphase fallenden Risiken überwunden wurden. Die Allianz beispielsweise hat insgesamt bereits mehr als 1,7 Mrd. Euro in über 40 Windparks investiert, davon 400 Mio. Euro im Jahr 2013 in Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden. David Jones, Head of Renewable Energy bei Allianz Capital Partners, kündigte Anfang des Jahres an, dass 2014 „Erneuerbare Energien für die Allianz zu den bevorzugten alternativen Assetklassen gehören“ werden. Dabei strebe man auch geografische Erweiterungen an. Munich Re investiert im Rahmen des Vorhabens „Rent“ (Renewable Energies and New Technologies) vor allem in Solar- und Windparks. 2013 wurden beispielsweise Beteiligungen an Windparks in Frankreich und Schweden erworben. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren bis zu 2,5 Mrd. Euro investiert werden.

Der Finanzierungsmarkt ist aber in Bewegung. Der deutsche Offshore-Park Butendiek war 2013 der erste europäische Windpark, bei dem Pensions- und Infrastrukturfonds als Finanzierer das Errichtungsrisiko trugen. Die Branche wertet dies als Zeichen, dass die Finanzmärkte langsam größeres Verständnis für die Risiken entwickeln, die es bei der Errichtung von Offshore-Anlagen gibt. (mh)

Bild: Bis zu 100 Kilometer vom Festland entfernt werden Offshore-Windparks gebaut. (Quelle: Wikipedia.de)

Link: DOSSIER

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