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Wie sich Versicherer schärfere Regelungen sparen können

27.05.2014 – WernerIst Solvency II die lästige Pflicht, als die sie viele Assekuranzen empfinden? Und kann die Devise deshalb lauten, die Anforderungen von Solvency II mit möglichst geringem Aufwand und möglichst wenig Eingriff in bestehende Prozesse und Strukturen umzusetzen? Diese Haltung kann für die Branche zum kostspieligen Bumerang werden, sagt André-Werner Bach in seinem Gastbeitrag für VWheute.

André-Werner Bach ist Executive Business Advisor für die Versicherungsbranche beim Heidelberger Softwarehersteller SAS. In seinem Vortrag „Vermeidungsstrategien gegen eine Überregulierung“ heute beim Leipziger Messekongress “Finanzen und Risikomanagement” geht er weiter ins Detail: Die Blaupause für eine entsprechende Entwicklung liefert die Bankenbranche und deren Regulierung durch das Basel Committee. Dort war die Regulatorik jahrelang überwiegend prinzipienbasiert aufgebaut und ließ in der Umsetzung große Spielräume offen. Augenscheinlich gelangte die Aufsicht im Laufe der Zeit aber zur Ansicht, dass die Banken die Vorgaben nur unzureichend umsetzen. Als Reaktion darauf erfolgte mit dem BCBS239 eine extrem detaillierte Regelung, die sehr präzise Vorschriften formuliert und kaum Rücksicht darauf nimmt, mit welchem Aufwand sie innerhalb der gegebenen Strukturen zu realisieren sind.

Ähnliches droht nach Ansicht von Bach der Versicherungsbranche, wenn sie die Prinzipien im Rahmen von Solvency II nicht überzeugend umsetzt: Überzeugend wäre, das gesamte Unternehmen mit einem Risikomanagement als ganzheitliches Framework zu überlagern – ein Vorgehen, das in dieser Konsequenz nur die wenigsten Assekuranzen verfolgen. Die bisher vorherrschenden Umsetzungsstrategien typisiert Bach als „vornehme Zurückhaltung“, „Klassenbester“ und „Regulatorische Pflicht“. Nachhaltigkeit und Ganzheitlichkeit im Sinne der Aufsicht und in einem angemessenen Kostenverhältnis ist in keiner dieser drei Optionen zu erkennen. Dazu sind nach Ansicht des Experten strukturelle Veränderungen im Risikomanagement und in den Governance-Strukturen erforderlich, aber auch die Einführung von vernetzten und qualitätskontrollierten IT-Systemen. Nur so ist es möglich, aus der Umsetzung von Regulatorik zugleich auch operative Mehrwerte zu gewinnen und nur so kann die gesamte Branche einer weitergehenden, kostspieligen „Gängelung“ durch die Aufsicht wirksam vorbeugen. (vwh)

Foto: André-Werner Bach von SAS sieht für die Branche durchaus operative Mehrwerte in der Umsetzung von Regulatorik. (Quelle: SAS)

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