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11.12.2016
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Wie der Hexensabbat die Börse beeinflusst

14.11.2016 – Boerse_Hexensabbat_guenther gumhold_pixelio.deDie Aktienexperten rümpfen über die Aussichten die Nase – und sagen dennoch für die nächste Woche steigende Kurse voraus. Die schlechten Indikatoren – Probleme mit Fremdfinanzierungen, fallende Gewinne und steigende Staatsverschuldungen – sind sichtbar, doch die Anleger nehmen das nicht zur Kenntnis oder interpretieren es als Chance. Bei den Versicherern stehen wenige neue Zahlen ins Haus – “lediglich” Talanx und Baloise.

Wie immer hängt an der Börse alles zusammen: Der steigende Ölpreis – doppelt so hoch wie im Februar – sorgt die Analysten. Der Preis des schwarzen Goldes geht Hand in Hand mit der Hoffnung auf eine anspringe Konjunktur. Eine gute Konjunktur hätte höhere Rohstoffpreise zur Folge, wie die Berliner Landesbank glaubt. Ein Anstieg dieser Preise würde allerdings die Konjunktur schwächen und zugleich Einfluss auf den Ölpreis nehmen: Denn sollten die Konjunkturerwartungen sich als zu hoch herausstellen, würde weniger Öl nachgefragt. Dazu passt die aktuelle Markteinschätzung der Opec, die die Prognose für die Ölnachfrage abermals heruntersetzte. Wie gesagt: Alles hängt zusammen.

Beim Dax rechnen die Experten mit einer abnehmenden Dynamik, beispielsweise Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger. Wichtig wird nächste Woche in Deutschland der 18. November. An dem Tag verfallen Optionen auf Indizes sowie Aktien, es wird mit erhöhter Volatilität gerechnet. Gerüchten zufolge sollen an diesem Tag des Hexensabbats auch Optionsgeschäfte des Autobauers Porsche mit VW auslaufen. Weiter wird hierzulande nächste Woche der Konjunkturindex ZEW vorgestellt und die Zukunft von Arcandor ist weiter offen.

Die Welt dreht sich auch außerhalb Deutschlands weiter: Die Investmentgesellschaft Pimco sieht die Weltwirtschaft in ruhigeres Fahrwasser steuern, allerdings auf niedrigerem Niveau. Das überrascht, denn wer letzte Woche nicht unter einem Stein lebte, der weiß: Donald Trump wurde unter lautstarken Protesten zum neuen Präsident der USA gewählt. Die Analysten sind unsicher, was das für die Aktienmärkte bedeutet:

“Die größere Unsicherheit bedeutet, dass die Rahmenbedingungen für Aktien in den nächsten Wochen negativ sein werden”, ist sich Leon Cornelissen, Chef-Volkswirt bei Robeco, sicher. Dem hält Robert Greil, Merck Finck, entgegen: “Während aus heutiger Sicht Trumps Pläne für die US-Wirtschaft kurzfristig eher positiv sein könnten, dürften sie langfristig tendenziell negativ sein.”

Alles in allem stehen den Börsianern unsichere Tage bevor, die Entwicklung scheint global und hierzulande völlig offen. (vwh/mv)

Bild: Hexensabbat an der Börse (Quelle: Günther Gumhold / pixelio.de)

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