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Wem gehört die Zukunft?

20.01.2014 – pkv-gkv-schild-abzweigungPerspektiven und Wettbewerbsmöglichkeiten von Privater und Gesetzlicher Krankenversicherung standen im Zentrum eines wissenschaftlichen Symposiums der Münchener Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen.

Vor allem der Vortrag von Geert Jan Hamilton, Generalsekretär der Ersten Kammer der Niederländischen Generalstaaten, des Senats der Niederlande, stieß auf das Interesse der etwa 70 Gäste der Veranstaltung. Der wichtigste Gewinn durch das Krankenversicherungssystem sei, betonte er, dass die Unterscheidung zwischen einer Versicherungspflicht für einen Teil der Bevölkerung und Versicherungsfreiheit für einen anderen Teil aufgehoben ist. Für alle Einwohner gelte dieselbe Pflicht, sich gegen Krankheitskosten zu versichern. Während es früher beachtliche Prämienunterschiede zwischen Personen mit einem vergleichbaren Einkommen geben konnte, wird jetzt für alle Bürger die Gesamtprämienlast durch eine einkommensabhängige Komponente, eine nominale Komponente und einen eventuellen einkommensabhängigen Prämienzuschuss bestimmt, der einen Ausgleich bei finanzieller Überforderung schafft.

Über die Finanzierung einer integrierten Krankenversicherung aus GKV und PKV sprach Stefan Etgeton von der Bertelsmann Stiftung. Seit einem Jahrzehnt werde gefordert, erklärte er, in der GKV die einseitige Belastung der Erwerbseinkommen durch die Heranziehung  nicht-sozialversicherungspflichtiger  Einnahmen  zu  vermindern. Hierbei müsse vor allem die Frage beantwortet werden, wie sich nicht-sozialversicherungspflichtige Einnahmearten für die Krankenversicherung heranziehen lassen. Dazu seien drei Modelle in der Diskussion: Ausbau des einkommensunabhängigen Zusatzbeitrags zu einer relevanten Gesundheitsprämie, Erhöhung und Stabilisierung des Steuerzuschusses und Ausweitung der Beitragspflicht auf Zins- und Mieterträge. Diese Modelle werden derzeit verglichen. „Die Modellrechnungen, die das IGES-Institut 2013 dafür im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und der Verbraucherzentrale Bundesverbandes vorgenommen hat, gehen bereits von einer Integrierten Krankenversicherung aus“, betonte er.

Mit der Frage, ob Wettbewerb einen gemeinsamen Gesundheitsmarkt braucht, befasste sich Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes. Er kam zu dem Fazit, dass Versicherte und Patienten eine stabil funktionierende Gesundheitsversorgung brauchen – ob mit oder ohne gemeinsamen Markt, sieht die GKV allerdings im Vorteil: „Fakt ist, dass vor allem in der GKV in den letzten Jahren die institutionellen und methodischen Vorarbeiten für einen Wettbewerb um Qualität geleistet wurden“, so seine Auffassung.

Die Themen Alterungsrückstellung und Kapitaldeckung behandelte Gesundheitsökonom Volker Ulrich von der Universität Bayreuth. Mit Blick auf eine künftige Finanzierung in der Krankenversicherung sieht Ulrich eine Möglichkeit eher in einer Kombination von Umlagefinanzierung und Kapitaldeckung. (epo)

Lesen Sie auch das Interview mit Bert Rürup zum Thema Alterungsrückstellung im heutigen DOSSIER.

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