Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

Viele Versicherer können Solvency II-Zeitplan nicht einhalten

13.08.2014 – SolvencyDer Stichtag von Solvency II rückt näher. Trotzdem werden zahlreiche Versicherer die Solvency-II-Regelungen nicht rechtzeitig zum 1. Januar 2016 umsetzen. In Deutschland kann jeder vierte Versicherer den Zeitplan nicht einhalten, europaweit ist es jeder fünfte – das hat eine Befragung der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) unter 170 europäischen Versicherungsunternehmen ergeben. In der aktuellen Ausgabe des Business- und Management Magazins Versicherungswirtschaft (Heft 8/2014) benennen die Autoren Andreas Freiling und Jan Leiding die wichtigsten Knackpunkte bei der Umsetzung.

Nachholbedarf besteht vor allem bei Säule 3, den Berichterstattungspflichten: Hier fehlt es nach wie vor an einer geeigneten IT-Infrastruktur. Eine große Aufgabe für die Versicherer ist zudem die Optimierung der Kapitalstrukturen, schreiben Freiling und Leiding.

Bei den Säulen 1 und 2 gibt es noch einiges zu tun, im Großen und Ganzen ist das aber fristgerecht machbar. Deutlich schwieriger ist die Lage hingegen bei der dritten Säule den umfangreichen quantitativen und qualitativen Berichterstattungspflichten. Die Säule 3 ist so etwas wie die Achillesferse von Solvency II: Europaweit haben drei Viertel der Befragten bislang nur kleine Teile der Vorgaben zur Berichterstattung umgesetzt.

Probleme bereitet nach Meinung der Versicherer vor allem die IT-Infrastruktur. Bislang hat europaweit nur jeder vierte Versicherungsplayer überhaupt ein IT-System für Säule 3 konzipiert. Zwei Drittel der Befragten geben an, dass sie mit ihren jetzigen Daten und Systemen das unternehmenseigene Risiko und ihre Solvabilität gar nicht über den normalen Berichtszyklus hinaus abbilden können. Eine adäquate Datenintegration, Qualitätssicherung und wirksame Kontrollen müssen ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Um die Fristen einzuhalten, müssen Versicherer einen klaren Projektfahrplan entwerfen und Lücken bei der Umsetzung konsequent aufzeigen.

Zudem sehen sich die Versicherer steigenden Anforderungen an eine Sanierungs- und Abwicklungsplanung ausgesetzt. Während die als global systemrelevant eingestuften Versicherer bereits bis Ende 2014 ihre Planungen vorlegen müssen, stellt sich für national bedeutende Versicherer die Frage, inwieweit sie auf nationaler Ebene mit abgeschwächten Anforderungen konfrontiert werden könnten. Hier erwartet ein Drittel der europäischen Versicherer, dass in den jeweiligen nationalen Märkten immerhin noch fünf bis zehn weitere Versicherer von ihren Aufsichtsbehörden als national systemrelevant eingestuft und zu einer Sanierungsplanung aufgefordert werden könnten.

Den vollständigen Artikel von Andreas Freiling und Jan Leiding, Partner im Bereich Financial Services bei Ernst & Young, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Versicherungswirtschaft (Heft 8/2014). (vwh)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten