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Versicherungsschutz für Höhlenforschung

25.06.2014 – Nach der Rettung des Höhlenforschers Johann Westhauser wird die Debatte über die Kosten der Rettungsaktion und deren Träger stärker geführt als über alle anderen Aspekte der geglückten Rettung. Wird es unerlässlich, künftig selbst für eine explizite private Absicherung bei solch speziellen Forschungstätigkeiten zu sorgen?

Höhlenforscher kennen die Schwierigkeit, Unfälle in Höhlen zu versichern. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher empfiehlt zwar seinen Mitgliedern eine private Unfallversicherung, die die Höhlenrettung explizit mit einschließt. Da aber bei bestehenden Versicherungen dennoch eine Deckungslücke entstehen kann, hat der Verband 1995 einen selbstverwalteten Bergungskosten-Solidaritätsfonds ins Leben gerufen, um diese Lücke im Schutz von Forschern zu schließen. Denn das Bergen von verunglückten Personen aus Höhlen ist wegen des notwendigen technischen Aufwands oft außerordentlich teuer, vor allem bei Hubschrauber-Einsätzen. Bei privaten Unfallversicherungen sind zum Teil nur geringe Summen bei Bergungskosten abgedeckt. In manchen Fällen, beispielsweise wenn die Rettung bei Einschluss durch Wasser und nicht wegen eines körperlichen Unfalls erfolgen muss, ist von den Unfallversicherern keine Leistung zu erbringen. Der Fonds enthält, wie vielfach in der Presse berichtet wurde, rund 37.000 Euro. Dies entspricht nach Angaben des Verbands einer Summe, die tatsächlich für Rettungen schon ausgegeben wurde. Bei Extremeinsätzen, wie die Rettung von Johann Westhauser einer war, können jedoch deutlich höhere Summen anfallen, so dass der Fonds nicht die gesamten Kosten abdecken kann.

Auch andere Versicherungsangebote zeigen, dass eine individuelle Absicherung unerlässlich bleibt. Der Deutsche Alpenverein (DAV) bietet seinen Mitgliedern zwar während alpinistischer Tätigkeiten Versicherungsschutz für die Such-, Bergungs- und Rettungskosten sowie die unfallbedingten Arzt- und Krankenhauskosten. Explizit ausgeschlossen von den Versicherungsleistungen sind jedoch das Expeditions- und Höhlenbergsteigen.

Zum Zwang einer vollständigen individuellen Selbstabsicherung der Höhlenforscher könnten nun die neuen Vorgaben für den Einstieg in die „Riesending“-Schachthöhle führen. Das Bayerische Innenministerium bestätigte gegenüber VWheute, dass der Zugang zur „Riesending“-Schachthöhle künftig beschränkt wird. Der Gemeinderat der Gemeinde Bischofswiesen, auf deren Gebiet die Höhle liegt, wird durch Erlass einer Verordnung eine Anordnung der Regierung von Oberbayern umsetzen und damit den Zugang zur Höhle wohl grundsätzlich verbieten. Ausnahmen sind nur auf Antrag möglich. Die Verordnung legt fest, dass neben dem berechtigten Interesse für den Zutritt zur Höhle auch eine ausreichende Bergungsversicherung nachgewiesen werden muss. (mh)

Bild: Die Unfallklinik Murnau ist das bevorzugte Ziel der Rettungshubschrauber aus dem Alpenraum. (Quelle: vvw/Dornberger)

Links: MÄRKTE II, Alpiner Sicherheits Service – Versicherungsschutz für DAV-Mitglieder

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