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Versicherungsombudsmann meldet Beschwerdeflut zum Jahresende

09.02.2015 – guenter_hirschAuch das Lebensversicherungs-Reformgesetz (LVRG) mit seinen weit reichenden Bestimmungen zur Neuregelung der Beteiligung ausscheidender Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven hat im vergangenen Jahr ganz offensichtlich beim Versicherungsombudsmann keine Beschwerdewelle ausgelöst. Dass es dennoch 2014 zu einem Rekordeingang an Beschwerden gab, lag an einem Gerichtsentscheid – allerdings außerhalb der Versicherungsbranche.

Nach vorläufigen Zahlen gingen beim Versicherungsombudsmann im vergangenen Jahr knapp 20.000 Beschwerden ein – so viel wie noch nie. Dieser neue Höchststand dokumentiert allerdings nicht eine gestiegene Zahl von Beschwerden von Versicherungskunden. Ein BGH-Urteil zum Bankenrecht, wonach Bearbeitungsgebühren beim Abschluss von Verbraucherkreditverträgen in der Regel unzulässig sind, löste im Dezember eine regelrechte Beschwerdeflut aus.

Wie die Schiedsstelle der Versicherungswirtschaft jetzt in Berlin mitteilte, stieg dadurch die Zahl der 2014 eingegangenen Beschwerden auf 19.897 (Vorjahr: 18.740) Eingaben an. Allein im letzten Quartal waren es 6.279 Beschwerden, die beim Ombudsmann eingingen. Normal sind im Quartal rund 4.500 Eingaben. Und noch bis Ende November habe die Zahl der Eingaben nur geringfügig über denen des Vorjahres gelegen. Ansonsten sprach man beim Ombudsmann von einem eigentlich normalen Jahr.

Die Beschwerdezahl gegenüber Versicherungsunternehmen und Vermittlern zeigten gegenüber dem Vorjahr sehr ähnliche Werte. Dass es nun doch kein normales Jahr wurde, lag an dem Entscheid des Bundesgerichtshofs zu den Bankgebühren bei Kreditverträgen. So seien allein im Dezember 2.981 Beschwerden eingegangen, da viele Kunden ihre Rückforderungsansprüche vor einer möglichen Verjährung hätten schützen wollen. Die allermeisten diese Eingaben dürften allerdings nicht in den Aufgabenbereich des Versicherungsombudsmanns fallen. Zudem gehörten die Banken auch nicht dem Verein des Versicherungsombudsmanns an, hieß es weiter. “Nur ein kleiner Teil der Eingaben zu Bearbeitungsgebühren betraf die neue Zuständigkeit für Realkredite, die von Versicherungsunternehmen vergeben werden”, erklärte der Ombudsmann. Bei den Banken löste das Urteil allerdings Großalarm aus.

Allein beim Bundesverband deutscher Banken erreichten die Beschwerdestelle am 29. Dezember 29.000 Eingaben. Und für das Gesamtjahr wird allein zum Thema Kreditgebühren mit über 100.000 Eingaben gerechnet, da die Verjährung für die Dauer des Ombudsmannverfahrens als gehemmt gilt. Bei den privaten Banken gehen in Normaljahren zwischen 6.500 und gut 8.000 Beschwerden ein. Die Sparkassen sowie die Volksbanken und Raiffeisenbanken haben eigene Beschwerdestellen. Hier liegen noch keine Statistiken vor. (brs)

Bild: Günter Hirsch, Ombudsmann für Versicherungen (Quelle: Versicherungsombudsmann e. V.)

Link: Website des Versicherungsombudsmann

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