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Versicherungsmodelle für die Folgen des Klimawandels

08.12.2015 – Klima_mattnadoodle_pixelioDie Kfw-Entwicklungsbank begrüßt die G7-Initiative für Klimaversicherungen: “Wir halten Klimaversicherungen für sehr sinnvoll, da sie einen wichtigen Bestandteil der deutschen Klimaanpassungsfinanzierung und wichtiger Teil eines umfassenden Risikomanagements im Bereich Klimarisiken darstellt”, heißt es von der Entwicklungsbank auf Anfrage von VWheute. Doch die Idee der Klimaversicherung ist nicht neu. Die Kfw-Bank beteiligte sich etwa 2014 mit 50 Mio. Euro am Aufbau einer Dürreversicherung für Afrika. Zustimmung gibt es auch vom Schweizer Rückversicherer SwissRe.

Die African Risk Capacity (ARC) bietet afrikanischen Ländern Versicherungen gegen Dürreschäden an. Unter anderem Swiss Re und Munich Re stellen die Rückversicherungsleistung zur Verfügung. Im Januar dieses Jahres kam es zu ersten Schadenszahlungen an die Regierungen der westafrikanischen Länder Senegal, Niger und Mauretanien.

“Damit konnte gezeigt werden, dass der Mechanismus funktioniert. Schnell und unbürokratisch erhielten die versicherten Länder insgesamt 26,3 Mio. US-Dollar, um von großer Trockenheit betroffene Menschen zu versorgen. Durch die umfangreichen Vorbereitungen und entwickelten Notfallpläne, die die Länder vor Vertragsabschluss ausarbeiten und die Verwendung der Mittel festlegen, kann die Hilfe schnell anlaufen. Die Erfahrungen des ersten Jahres werden genutzt, um die Entwicklung der Notfallpläne weiter zu verbessern“, erläutert die Kfw.

An der jetzt gestarteten Initiative begrüßt die Entwicklungsbank vor allem die Tatsache, dass mit dem Ansatz private Mittel im Bereich der Klimaanpassung mobilisiert werden können.

Während die afrikanischen Länder den Klimawandel durch häufigere Dürreperioden zu spüren bekommen, kämpfen die pazifischen Inselstaaten mit Überschwemmungen durch den steigenden Meeresspiegel und zunehmenden Zyklonen. Erst Mitte März dieses Jahres fegte Zyklon Pam über den Inselstaat Vanuatu hinweg und zerstörte den Großteil der Infrastruktur und Gebäude.

Um die Inselstaaten besser gegen die häufig verheerenden Folgen der Stürme und Überschwemmungen abzusichern wurde 2013 das Pilot-Projekt “Pacific Disaster Financing and Insurance Programm” (Pacific DRFIP) ins Leben gerufen. Das Projekt wird unter anderem von der japanischen Regierung gefördert. Als Vermittler zwischen den teilnehmenden Staaten und dem fünfköpfigen Rückversicherungskonsortium – darunter wieder die Munich Re und die Swiss Re – agiert die Weltbank.

Ziel des Pilotprojekts ist es, zwar ein begrenztes dafür aber schnell verfügbares Budget für das aktuelle Krisenmanagement bereitzustellen. Der Deckungsumfang beläuft sich nach Angaben der Weltbank auf 43 Mio. US-Dollar. Die Zahlung wird, wie auch bei der Dürreversicherung, durch zuvor festgelegte Parameter – etwa Windstärke oder Niederschlagsmenge – ausgelöst. Durch ihren Zusammenschluss beim Versicherungsschutz sparen die beteiligten Staaten jeweils bis zu 50 Prozent bei den Prämien.

Vanuatu erhielt nach Pam 1,9 Mio. Dollar aus dem Programm. 2014 erhielt bereits Tonga nach dem Zyklon Ian 1,27 Mio. Dollar.

Ein weiteres Klimapolice-Modell ist die Karibische Risikofazilität (Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility, CCRIF). Seit ihrer Gründung 2007 hat das Programm zwölf Zahlungen über mehr als 36 Mio. US-Dollar an Mitgliedstaaten ausgerichtet, alle nicht später als 14 Tage nach dem jeweiligen Ereignis.

Auch der Schweizer Rückversicherer SwissRe begrüßt die InsuResilience Initiative. “Naturgefahrenschäden haben sich über die letzten Dekaden beinahe verzehnfacht. Versicherungslösungen auf allen Skalen – von Mikro bis Makro, selbst für ganze Regionen – decken heute nur einen Teil dieser Schäden ab, global circa 30 Prozent, in Entwicklungsländern jedoch leider oft nur wenige Prozent”, betont der Rückversicherer auf Anfrage von VWheute.

“Um die Versicherungsdeckung zu erhöhen, sind alle Akteure gefordert – die Versicherungsindustrie verfügt über die Risikomodelle und die finanziellen Mittel, deutlich mehr Risiken zu übernehmen. Doch kann sie dies nicht alleine, in den gefährdeten Ländern müssen erst das Bewusstsein und die Voraussetzungen für Versicherungslösungen geschaffen werden”, so die Swiss Re weiter. Daher habe sich der Rückversicherer verpflichtet, bis 2020 50 Länder zu beraten und zusätzliche Versicherungskapazität von zehn Milliarden USD anzubieten. Zur Förderung von Klimaversicherungen unterstütze Swiss Re auch den von der KfW ins Leben gerufene Klimaversicherungsfonds. (jko)

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Link: “Lockruf Afrika”. Europas Nachbar-Kontinent wird zur wichtigsten Wachstumsregion für Versicherer, in VW 5/15 (Einzelartikel zu 3,81 Euro).

Bildquelle: mattnadoodle / pixelio.de

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