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Versicherungsbranche verabschiedet sich von der Krawatte

14.10.2016 – Alexander_Erdland_GDVDas Tragen von Krawatten schien lange Zeit unerlässlich in der Wirtschafts- und Finanzwelt. Doch der Knoten lockert sich, ausgerechnet in der Versicherungsbranche, merkt das Beratermagazin Value in seiner aktuellen Ausgabe an. “Ich bekomme einfach mehr Luft”, sagt Versicherungsmakler Mark Fellmann. Vorreiter in der Mode ist W&W-Chef Alexander Erdland.

Als erstes Unternehmen der Branche zeigt sich der gesamte Vorstand der die W&W auf der Website schlipslos, heißt es in einem Bericht in der am Montag erscheinden Ausgabe von Value. Unternehmenssprecher Immo Dehnert begründet: “Kleider machen Leute – und beide ändern sich. Wir sind mitten in einem großen gesellschaftlichen und kulturellen Umbruchsprozess, angetrieben nicht zuletzt durch die Digitalisierung. Im Zuge dessen haben wir uns entschlossen, Porträtbilder des Managements auch ohne Krawatte zu veröffentlichen. Diese Geste soll die Aufgeschlossenheit für Neues widerspiegeln und den kulturellen Wandel im Konzern erlebbar machen.“

Der Vorstandsvorsitzende Alexander Erdland ist gleichzeitig Präsident des GDV – dort mit Krawatte abgebildet. Mal “mit”, mal “ohne” tritt auch Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte auf. Bei der letzten Hauptversammlung seines Unternehmens leuchteten rote Turnschuhe an seinen Füßen – um den Hals trug er dagegen ganz herkömmlich dezent eine Krawatte. Bei Presseterminen lässt er diese dagegen schon einmal weg. Allianz-Sprecher Timo Scheil kommentiert: “In unserer sich verändernden Arbeitswelt, in der immer mehr Agilität und Innovationsfreude gefragt sind, verliert die Präsentation von Förmlichkeit sichtbar an Gewicht.”

Allianz-Industriechef Christopher Lohmann erschien auf einer Kundenveranstaltung mit Dreitagebart, mit Karohemd und ohne Krawatte. Das wäre noch vor zehn Jahren der absolute Karrierekiller gewesen, für Lohmann geht es bergauf.

Möglicherweise gibt es, was Lockerheit in Stilfragen angeht, ein Nord-Süd-Gefälle. Sowohl für die HanseMerkur als auch für die Ergo ist der Verzicht auf Krawatten bei Führungskräften ein No-Go, Digital Natives als mögliche Kunden und Fachkräfte-Nachwuchs hin oder her. Bei der Itzehoer begründet man differenzierter: Die Versicherungsbranche sei traditionell eher konservativ, deshalb erwarte man keinen schnellen generellen Wandel. Für das eigene Unternehmen gilt laut Frank Thomsen, Vorstand für Vertrieb, Personal und Marketing: „Bodenständigkeit und Kontinuität sind Kernwerte der Itzehoer Versicherungen. Zumal Versichern ein Geschäft ist, in dem es formal und akkurat zugeht. (ba)

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