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Versicherte plädieren für Gesundheitstarife

03.08.2016 – Krankenversichertenkarte_Arztpraxis - Quelle DAKGesundheitstarife sind auch in der Branche selbst nicht unumstritten. Dennoch scheinen die Bundesbürger diesen Tarifangeboten nicht abgeneigt. Demnach meinen 76 Prozent der Deutschen, dass die Krankenkasse sie bei gesundheitsbewusster Lebensführung mit einem reduzierten Tarif oder Bonus belohnen sollte. 37 Prozent sind gar bereit, ihrer Kasse Zugang zu relevanten Gesundheitsdaten zu geben.

Entscheidende Voraussetzung sei die Bedingung, dass die Krankenkassen verantwortungsvoll mit den persönlichen Gesundheitsdaten umgehen. So hat eine deutliche Mehrheit von 63 Prozent der Bundesbürger große Bedenken, dass sie durch die Weitergabe Nachteile erleiden könnten oder die Daten in falsche Hände gerieten, konstatiert die Unternehmensberatung Prophet.

Drei Viertel der Befragten plädieren zudem dafür, dass ihr Hausarzt der Krankenkasse eine gesunde Lebensweise bestätigt und keine App. Gleichzeitig beobachten die Unternehmensberater eine zunehmende “Entsolidarisierung” der Versicherten. Laut Studie wollen immerhin 62 Prozent der befragten Bundesbürger mit ihren Beiträgen nicht mehr die ungesunde Lebensweise von Rauchern oder Menschen mit Fettleibigkeit unterstützen.

“Etliche Versicherte sehen offenbar nicht ein, dass sie mit ihren Beiträgen das ungesunde Verhalten von anderen unterstützen und fordern vielmehr die Honorierung ihrer eigenen Bemühungen”, erläutert Prophet-Partner Felix Stöckle. Dennoch mache eine Malus-Regelung “nur dann Sinn, wenn man sich insgesamt eine Verbesserung für das Gesundheitssystem verspricht und sich diese nur auf Verhaltensweisen beschränkt, die durch den Einzelnen auch tatsächlich beeinflussbar sind. Ein wahrscheinlich kaum zu lösendes Abgrenzungsproblem mit reichlich gesellschaftlichem Zündstoff”.

Dennoch belege die Umfrage “den gesellschaftlichen Trend zum gesunden Leben und zu einer ausgewogenen Ernährung. Weil die Menschen mit einem bewussten Lebensstil weniger Gesundheitskosten verursachen, erhoffen sie sich von der Krankenkasse eine finanzielle Belohnung”, bewertet Stöckle die Ergebnisse der Umfrage. Was genau eine gesunde Lebensweise sei und wie diese gemessen werde, sei allerdings noch unklar. “Für die Definition anerkannter Richtwerte und was genau eine gesunde Lebensweise ausmacht, wird ein gesellschaftlicher Konsens notwendig sein. Ein schwieriges Thema”, so Stöckle. (vwh/td)

Bildquelle: DAK

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