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Versicherer wollen Big Data unbedingt

13.06.2016 – Heidkamp_KPMGVersicherer sind im Vergleich mit anderen Branchen weitaus aufgeschlossener, was die Einbindung von Big Data in Geschäftsentscheidungen angeht. Dieses zentrale Ergebnis einer aktuellen KPMG-Studie wie auch den Stellenwert von Social Selling erläutert Peter Heidkamp im exklusiven Interview mit VWheute.

VWheute: Es heißt, Daten sind das neue Gold. Stimmt das? Welchen Wert haben Daten heute?

Peter Heidkamp: Die gezielte Analyse von Daten hat einen immer größeren Stellenwert für Unternehmensentscheidungen. Stetig wachsende Datenmengen unterschiedlichster Herkunft und Struktur sind durch neue Technologien immer schneller auswertbar. Während im vergangenen Jahr lediglich drei Viertel der befragten Unternehmen (75 Prozent) angaben, dass relevante Entscheidungen zunehmend auf Erkenntnissen aus der Analyse von Daten basieren, stimmen aktuell rund 80 Prozent dieser Aussage zu. Am häufigsten kommen Datenanalysen hierbei aktuell für das Risikomanagement, für Kundenanalysen und für das Datenqualitätsmanagement zum Einsatz.

VWheute: Was war für Sie die überraschendste Erkenntnis ihrer aktuellen Studie (siehe DOSSIER), bezogen auf die Versicherungsbranche?

Peter Heidkamp: Ein erwartetes Ergebnis war, dass das Interesse an Big Data zunimmt. Insbesondere in der traditionell sehr datenaffinen Versicherungsbranche ist die Aufgeschlossenheit gegenüber dem Thema im Vergleich der Branchen untereinander am größten: 81 Prozent sind an Big Data-Lösungen interessiert und nur 3 Prozent haben eine ablehnende Haltung. Überraschend war hierbei der deutliche Abstand im Branchenvergleich. Innerhalb der im Bereich der Datenanalysen führenden Automobilbranche sind lediglich 67 Prozent der Unternehmen dem Thema Big Data gegenüber aufgeschlossen.

VWheute: Wo sehen Sie hinsichtlich der gezielten Datenanalyse noch Nachholbedarf bei den Versicherern?

Peter Heidkamp: 66 Prozent der befragten Versicherungen ziehen bereits heute konkreten Nutzen aus Datenanalysen. Allerdings nutzen bisher nur 26 Prozent der befragten Versicherungen fortgeschrittene Datenanalysen. Die Studie zeigt, dass dies zwar ein Wachstum von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist. Allerdings wird das durch neue Analysemethoden und –technologien ermöglichte Potenzial damit bei Weitem nicht ausgeschöpft. Dies ist gefährlich, denn langfristig erfolgreich werden nur Versicherungsunternehmen sein, welche es verstehen, Daten intelligenter als ihre Konkurrenz einzusetzen.

VWheute: Welche Rolle spielen Social-Media-Kanäle in der Datenauswertung von Versicherern?

Peter Heidkamp: Am häufigsten werden Daten für die Analyse von Kundendaten verwendet. Die primäre Quelle hierzu liefern interne CRM-Systeme. Zunehmend gewinnt allerdings auch die Analyse von Kundendaten aus Social-Media-Kanälen an Bedeutung. Während in der letztjährigen Studie 24 Prozent aller befragten Versicherungen Social-Media-Daten in ihre Entscheidungsprozesse einbezogen haben, sind es in der aktuellen Studie bereits 39 Prozent. Gleichzeitig nehmen die Vorbehalte deutlich ab. Während 2015 57 Prozent aller befragten Versicherer klare Bedenken in Bezug auf die Weitergabe von Daten an Drittanbieter geäußert haben, sind es aktuell nur noch 32 Prozent.

VWheute: Welche Rolle wird Big Data für das Geschäft der Versicherer in fünf Jahren spielen?

Peter Heidkamp: Bereits heute bestätigt sich der Trend hin zu komplexeren, vorausschauenden Analysen, die sich oftmals aus unterschiedlichen Datenquellen speisen. Zukünftig wird man sich nicht mehr die Frage stellen ob, sondern in welchem Ausmaß fortgeschrittene Datenanalysen als Grundlage für Unternehmensentscheidungen eingesetzt werden, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteurin Julia Kolhagen.

Bild: Peter Heidkamp ist Partner und Head of Technology bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG.

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