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Versicherer wollen bei Image-Pflege offensiver werden

18.11.2013 – Nordbayerischer-VersicherungstagNatürlich gibt es auch in der Versicherungsbranche „Zustände, die verbesserungswürdig sind“. Das räumte Wolfgang Weiler, Sprecher der Vorstände der HUK-Coburg, in seiner Begrüßungsrede als Mitveranstalter des Nordbayerischen Versicherungstags 2013 in Coburg unumwunden ein.

Die „Buhmann-Rolle“, in die sich die gesamte Branche inzwischen massiv gedrängt sieht, hält er jedoch für völlig ungerechtfertigt. Dies nicht zuletzt mit Blick darauf, dass die Versicherer für die diversen Finanzkrisen der letzten Jahre ursächlich beteiligt waren und diese überdies recht gut gemeistert haben. Eine Mitschuld der Branche an ihrem Image-Problem sah Weiler aber darin, dass sie bislang mehr oder weniger auf mediale und politische Anfeindungen reagiert hat, statt proaktiv tätig zu werden. „Wir könnten auch selbst zu reden beginnen“, forderte er daher für die Zukunft ganz im Sinne des Mottos der Veranstaltung – „Versicherungen im Spannungsfeld zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit“ – eine deutlich offensivere Strategie.

Das sah Uwe Laue, Vorsitzender des PKV-Verbandes und Vorstandschef der Debeka Versicherungen, in seinem Vortrag mit dem Titel „Die Versicherungswirtschaft – besser als ihr Ruf“ ähnlich. Für sein eigenes Haus, das sich wegen des angeblich illegalen Ankaufs von vertriebsrelevanten Daten angehender Beamter gerade mit Negativ-Schlagzeilen und staatsanwaltlichen Ermittlungen konfrontiert sieht, kommt diese Intension inzwischen allerdings wohl eher etwas zu spät (siehe MÄRKTE).

In einem der Foren ging es um die Frage, ob der klassische Versicherungsvertrieb noch eine Zukunft hat? Für Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Versicherungen, besteht daran ebenso wenig Zweifel wie für Michael Heinz, Versicherungsmakler und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK). Markus Ferber, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender der CSU Eurogruppe, sagte, dass den gewachsenen Strukturen im deutschen Versicherungsvertrieb von Seiten der EU keine ernsthafte Bedrohung erwachse.

Der Chef der Nürnberger Versicherungen, Armin Zitzmann, erklärte, dass eine aktive Aufklärung darüber, was den Verbrauchern wirklich nutzt und was Vermittler leisten können, derzeit besonders dringlich sei. Auf Skepsis stieß ein Vorschlag von Matthias Roder vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Weil der BaFin bislang die Aufsichtsrolle aus Verbrauchersicht nicht so recht zugebilligt werde, wäre es möglicherweise sinnvoll, diese Schutzfunktion durch eine andere Behörde ausüben zu lassen, hatte der CSU-Politiker vorgeschlagen. (rem)

Foto: Podiumsdiskussion mit dem Vorstandschef der Nürnberger Versicherungen Armin Zitzmann, Prof. Dr. Martina Steul-Fischer von der Universität Nürnberg-Erlangen und Matthias Roder vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie dem Präsidenten des Verbands Deutscher Versicherungskaufleute Michael Heinz (Quelle: rem)

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