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Versicherer-Wein: Prestige trifft Investment

03.11.2014 – Von Hubert Clemens. Generali, Axa und Allianz: Vertreter der Versicherungswirtschaft engagieren sich im Weinbau. Was auf den ersten Blick wie eine luxuriöse Spielerei anmutet, ist Teil einer breit gestreuten Investmentstrategie – gepaart mit Prestigegewinn. Weinberge sind für die Finanzbranche eine Kapitalanlage.

Das agrarische Engagement der Generali beispielsweise umfasst neben Poggiobello noch 23 weitere landwirtschaftliche Güter mit einer Gesamtfläche von 14.000 Hektar. 760 Hektar entfallen dabei auf den Weinanbau. Mit der Verwaltung ist die Genargricola, eine Gesellschaft innerhalb des Generalikonzerns, betraut. 2013 erwirtschaftet sie einen Umsatz in Höhe von 50 Mio. Euro, 40 Prozent davon stammen aus dem Weinanbau.

Wein_Generali

Einschließlich ihrer Weinberge in der näher am Meer liegenden Toskanaregion Maremma besitzt die Allianz eine Agrargesamtfläche von 1.750 Hektar. Und auch hinter den hochkarätigen Weinen
des Château Lascombes – ein 2009er Deuxième Cru Classé ist etwa für 98 Euro beim Weinhändler erhältlich – verbirgt sich ein Versicherer. 2011 hatte sich der französische Versicherer
MACSF (Mutuelle d’Assurances du Corps de Santé Français) für knappe 200 Mio. Euro das Château Lascombes zulegt. Mehr als 500.000 Flaschen werden im Jahr produziert.

Wein_Axa

Eng verbunden mit der Welt der Weingewinnung ist der frühere Chef der Axa, Claude Bébéar. Seine Großeltern waren Weinbauern in der Dordogne. 1984 gründete Bébéar die Axa-Tochter Millésimes als Holding für die gesamten Weingüter der Gesellschaft.

Reinfried Pohl jr. und Ehefrau Ana haben 2010 das 1840 gegründete Pfälzer Weingut von Eduard Schuster übernommen. Inspiriert von der Einzellage Nil nannten sie ihren Besitz „Weingut am Nil“. DVAG-Gründer Reinfried Pohl sen. hatte Ende der neunziger Jahre das Weingut Herdade dos Grous gegründet. Heute zählt es zu den renommiertesten Weingütern Portugals.

Wein_BGV

Anfang der neunziger Jahre machte sich die Württembergische und Badische Versicherung (Wüba) ihre Lage in Heilbronn, einer bekannten Weingegend Deutschlands, zunutze. An einige Dutzend ihrer Makler-Kunden übertrug die Wüba jeweils fünf Rebstöcke.

Die Reben stammten aus den Fruchtruten uralter Lemberger-Weinstöcke. 1997 gab es die erste Weinlese, bei der auch Wüba-Chef Wilfried Krauth eigens Hand an legte. Ein Jahr später funkelte der Wein tiefrot im Glas.

Bildquellen: Poggiobello, Lascombes, vwh

Lesen Sie die komplette Geschichte “Beschauliche Berge und kühle Keller” in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft (Heft 11/14).

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