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Versicherer verspielen Zugang zum Datenhighway

09.11.2016 – arathymos_lieDie Assekuranz setzt sich nach Einschätzung des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbes nicht intensiv beim EU-Gesetzgebungsverfahren für den E-Call ein. “Statt Geld für OBD-Dongle auszugeben, sollte man mehr Lobbyarbeit bei den EU-Parlamentariern machen”, sagte der ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos am Dienstag beim Business Forum 21-Kongress.

Hintergrund ist die noch bis zum 11. November 2016 laufende Befragung des TRL Transport Research Laboratory. An dieser haben sich offenbar die Autohersteller bisher stärker engagiert als Versicherer oder auch Kraftfahrzeugbetriebe. “Natürlich ist es nicht schlecht, dem Kunden jetzt schon etwas anzubieten, aber wir müssen auf ein Gesetz hinwirken, das uns den Markt langfristig öffnet”, so Arathymos.

Bei den OBD-Dongle-Lösungen sei zu befürchten, dass die Autohersteller diese Schnittstelle bei Erreichen kritischer Werte wie etwa 30 Prozent einfach mit neuer Software überspielen würden. Bisher seien die Fahrzeughersteller die Einzigen mit einem privilegierten Online-Zugang zu allen Daten des Kfz. Nicht zuletzt die angebotenen Zusatzservices hätten dazu geführt, dass die Autofahrer bei Reparaturen und Wartung zunehmend an Hersteller und nicht mehr an den Kraftfahrzeugbetrieb dächten, so der ZDK-Chef.

“Wenn 50 Prozent der Leute so denken, werden wir verschwinden. Das geht den Versicherern ähnlich, daher sollten wir gemeinsam laufen.” Ziel müsse eine eigene, freie Schnittstelle im Kfz sein. Darf allein der Hersteller die Kundendaten sammeln und muss sie dann erst weitergeben, hätten alle übrigen Dienstleister Latenzzeiten und vorsortierte Kundendaten. Auch mache es keinen Sinn darauf zu hoffen, dass die Hersteller nur in den ersten drei Jahren ein Exklusivrecht bekommen. Haben sich die Kunden erst einmal an Service gewöhnt, sind sie auch bereit, Folgeverträge zu unterschreiben, so Arathymos. (lie)

Bild: ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos (Quelle: lie)

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