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Versicherer setzen auf neue Garantien

07.04.2016 – Alexander_Erdland_GDVDie Beitragseinnahmen der deutschen Versicherer sind im abgelaufenen Jahr 2015 weitgehend stabil geblieben. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf seiner gestrigen Jahrespressekonferenz mitteilte, verzeichnete die Branche über alle Sparten hinweg ein leichtes Einnahmenplus von 0,6 Prozent auf 193,8 Mrd. Euro (2014: 192,6 Mrd.). Auch für das laufende Geschäftsjahr erwartet der GDV “leicht positive Ergebnisse”.

Wie der GDV weiter mitteilte, stiegen die Leistungsausgaben der Versicherer im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf 156,8 Mrd. Euro (2014: 155,6 Mrd.). Die Zahl der Verträge stieg im gleichen Zeitraum um 0,3 Prozent auf 428,1 Millionen. In der Lebensversicherung sanken die Beiträge im Vergleich zum Rekordjahr 2014 um 1,1 Prozent auf 92,7 Mrd. Euro. Die Leistungsausgaben sanken um 2,5 Prozent auf 83,3 Mrd. Euro (2014: 85,4 Mrd.). Die Zahl der Bestandsverträge sank um 1,6 Prozent auf 91,0 Millionen (2014: 92,4 Millionen).

Allein im Neugeschäft entfielen nach GDV-Angaben 37 Prozent auf neue Garantieprodukte (2014: 31 Prozent). “Wir haben uns in der Lebensversicherung trotz wachsender Verunsicherung der Sparer durch die niedrigen Zinsen ordentlich geschlagen”, sagte Erdland. “Ich wäre zufrieden, wenn die Ergebnisse sich 2016 ähnlich entwickeln.”

In der Schaden- und Unfallsparte verzeichneten die Versicherer 2015 mit Ausnahme der privaten Unfallversicherung ein Beitragsplus. Demnach stiegen die Einnahmen in der Kfz-Versicherung um 3,5 Prozent auf 25,2 Mrd. Euro (2014: 24,4 Mrd.). In der Sachsparte stiegen die Einnahmen um 3,8 Prozent auf 17,9 Mrd. Euro (2014: 17,3 Mrd.).

Die Gesamtleistungen stiegen laut GDV im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 47,7 Mrd. Euro (2014: 45,4 Mrd.). In der Kfz-Sparte stiegen die Ausgaben um 5,8 Prozent auf 21,8 Mrd. Euro (2014: 20,7 Mrd.). In der Sachsparte stiegen die Leistungsausgaben im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 13,0 Mrd. Euro (2014: 12,2 Mrd.). Ein starker Kostentreiber war dabei laut GDV vor allem der Orkan Niklas mit einer Schadensumme von 750 Mio. Euro. Die Schaden-Kosten-Quote stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um einen Prozentpunkt auf 96 Prozent (2014: 95 Prozent).

“Unsere Zahlen für das vergangene Jahr können sich angesichts der schwierigen Umstände sehen lassen, sagte GDV-Präsident Alexander Erdland in Berlin. Allerdings werde das laufende Jahr “sicher nicht leichter als 2015″, ergänzt Erdland. “Die Niedrigzinsphase dauert an, die Zinszusatzreserve muss bedient werden, die Systemumstellung auf Solvency II geht weiter und die Digitalisierung beschleunigt den Umbau unserer Industrie. Das alles wird uns belasten. Aber es ist auch eine große Chance für Veränderung”, betont der GDV-Präsident.

Mit Blick auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) forderte der GDV-Präsident, dass alle EU-Länder ihre “notwendigen Reformen wirklich umsetzen”. Nur damit lasse sich die eklatante Wachstumsschwäche im Euroraum und somit die Niedrigzinsphase überwinden (siehe DOSSIER).

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die “Panama Papers”, ergänzte Erdland laut dpa: “Unseres Wissens gibt es keine Beteiligung der Versicherungswirtschaft an Briefkastenfirmen. “Wir lehnen entsprechende Strukturen auch ausdrücklich ab”. (vwh/td)

Link: Die Geschäftszahlen 2015 der Versicherer im Überblick

Bild: GDV-Präsident Alexander Erdland (Quelle: GDV)

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