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Versicherer müssen digitale Komplexität überwinden

01.06.2016 – henning_plagemann_finkundfuchsVon Henning Plagemann, Versicherungsbetriebswirt bei Sopra Steria. Versicherer gehörten einst zu den digitalen Vorreitern. Doch sie haben die Weiterentwicklung der IT an sich vorbeiziehen lassen. Noch heute ist der Einsatz von Faxgeräten im Versicherungsalltag üblich.

Gleichzeitig steigt mit zunehmender Digitalisierung die Komplexität, mit der Assekuranzen umgehen müssen, stetig: Analoge Geschäftsmodelle zu überwinden, Prozesse und Strukturen an den digitalen Wandel anzupassen, strenge rechtliche Auflagen und stetig wandelnde Kundenanforderungen zu erfüllen und Mitarbeiter digital zu schulen sind nur ein Ausschnitt der Herausforderungen, vor denen Versicherer stehen. Zudem haben das Aufgabenvolumen und die Anzahl der IT-Anwendungen im Zuge der Digitalisierung massiv zugenommen.

Besonders eindrucksvoll macht sich die zunehmende Komplexität an den oft heterogenen, über Jahrzehnte gewachsenen, IT-Umgebungen bemerkbar. Die Einführung neuer Technologien wird dadurch erschwert, dass eine Vielzahl veralteter Anwendungen oft nicht mit neuen Anforderungen des Marktes vereinbar ist. Dadurch entsteht ein Flickenteppich in der IT-Infrastruktur, der sich negativ sowohl auf die Leistungsfähigkeit der IT als auch die Geschäftsprozesse im Allgemeinen auswirkt.

Das ist besonders fatal, da vielstufige Bearbeitungsprozesse nicht mehr zeitgemäß und schlichtweg zu kostenintensiv sind. Sie widersprechen der heutigen Kundenerwartung nach schneller Abwicklung und sofortiger Auskunft. Zudem steigen mit der Einführung von Solvency II und der Verabschiedung der EU-Richtlinie IDD (Insurance Distribution Directive) die Compliance-Anforderungen. Dadurch wächst der Druck, Anpassungen im Vertrieb vorzunehmen und eine leistungsfähige IT-Sicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig hemmen produkt- und spartenorientierte Hierarchien die Innovation bei Versicherern in einem Zeitalter, in dem es mehr denn je drauf ankommt, sich einem rapiden technologischen Wandel und zunehmend individuellen Kundenbedürfnissen anzupassen.

Das erfordert zum einen tiefgreifende Änderungen in der IT-Infrastruktur in Richtung serviceorientierter Architektur (SOA). Damit können große Versicherer ihre Produkt- und Serviceentwicklung komplett reformieren, denn sie erleichtert die agile Anpassungsfähigkeit an die heutigen Kundenanforderungen, die aktuell ein entscheidender Wettbewerbsvorteil der FinTechs ist.

Außerdem beschleunigen entsprechende Architekturen die Prozessdigitalisierung, was sich wiederum äußerst positiv auf die Performanz in der Einhaltung von Compliance-Richtlinien auswirkt. Hierzu sei nur kurz auf die Regulatorik der Beratungsprozesse verwiesen. Neben diesen Herausforderungen stehen Versicherer aktuell vor der viel größeren Aufgabe, eine “digitale Denke” zu etablieren. In dieser Hinsicht haben Assekuranzen noch einiges nachzuholen. Vorbilder haben sie bereits, denn FinTechs sind hier einen Schritt voraus.

Bild: Henning Plagemann (Quelle: Fink & Fuchs Public Relations AG)

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