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Versicherer müllen Insurtechs mit Postbergen zu

15.09.2016 – UnbenanntAuf der 2. Konferenz für Finanztechnologie in Frankfurt gewährten Insurtechs wie Knip und Clark Einblicke in ihr Zahlenwerk und Technik-Tricks – nicht ohne einige Lacher: Um als digitaler Makler sich durchzusetzen, musste Knip alle von den Versicherern per Post zugeschickten Policen der Kunden erst einscannen. Daran habe sich bis heute nur wenig geändert, erklärt Markus Ruske, Versicherungsexperte bei Knip.

Es gebe immer weniger Face-to-Face-Beratung und wir schließen diese Lücke, so Ruske. “Die Produkte müssen einfacher werden, je weniger Klicks desto schneller der Abschluss.” Als Beispiel nennt er die von seinem Unternehmen auf den Markt eingeführte “Pokemon-Go-Versicherung.” “Danach hat sich ein Kölner Versicherer mit der Idee gemeldet, zusammen eine Karneval-Police zu herauszubringen”, sagt Ruske.

Konkurrent Clark denkt ähnlich. Der Ansatz von CEO Christopher Oster: Man findet die Liebe online, bestellt Kleidung und Essen online, warum auch nicht Versicherung. “Neun Monate nach der Gründung haben wir ein Prämienvolumen von 40 Mio. Euro. Wir wollen, dass unsere Kunden smart versichert sind. Sie sollen nicht die günstigste Variante haben, sondern genau das, was Sie brauchen”, erklärt Oster.

Den Hype in der Start-up-Szene um Versicherungen begründet er mit den hohen Gewinnpotenzialen. “Der Markt für Versicherungen ist vier Mal größter als E-Commerce und 20-Mal größer als der Smartphone-Markt”, sagt Oster. Die Anzahl der Versicherungsverträge würde kontinuierlich steigen, die der Versicherungsagenten von Jahr zu Jahr sinken.

Oliver Brüß, Vertriebsvorstand der Gothaer, gibt ihm mit  Verweis auf zahlreiche Studien Recht. Als Makler seien Insurtechs willkommene Kooperationspartner für die Gothaer. “Mit Check24 haben wir zwar viel Neugeschäft gemacht, aber die Margen waren sehr niedrig”, erklärt Brüß. Bei einigen Anbietern würden Insurtech lukratives Privatkundengeschäft abziehen, aber das komplexe Beratungsgeschäft wie Gewerbeversicherung oder Altersvorsorge bleibe liegen. Ob Uber als größtes Taxiunternehmen ohne eigene Autos oder Airbnb als größter Zimmeranbieter ohne eigene Hotels: “All diese Produkte werden von alleine nachgefragt und gekauft und müssen im Gegensatz zu Versicherungen nicht aktiv verkauft werden”, so das Fazit von Brüß. Ohnehin mache es sich vielmehr Sorgen über die Regulierung und Niedrigzinsen als um neue Wettbewerber.

Ulrich Mitzlaff sieht Insurtechs zumindest als Impulsgeber. “Fintechs tuen uns unglaublich gut. Wir können von ihnen lernen, wie man aus Kundensicht denkt”, erklärt der Chief Operating Officer Life bei der Zurich Gruppe in Deutschland. Wie abgedroschen das klingen mag, so Mitzlaff, um im digitalen Wettbewerb zu bestehen, muss man aus Kundensicht denken. (dg)

Bild: Markus Ruske, Versicherungsexperte bei Knip (Quelle: dg)

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