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Solvency II: Versicherer meistern Vorbereitungen gut

14.11.2014 – hufeldVon VWheute-Korrespondentin Monika Lier.

Die deutschen Versicherer haben das erste Jahr der Vorbereitung auf das neue Eigenkapitalregime Solvency II nach den Worten von Felix Hufeld “gut gemeistert”, müssen aber jetzt für einen vernünftigen Einstieg 2016 “am Ball bleiben“. Die sieben von zwölf durchgeführten Sachstandsabfragen zeigten ein heterogenes Bild der Vorbereitungen der Unternehmen.

“Diese Unterschiede sind per se nicht schlimm, denn man kann erkennen, dass der grundsätzliche Zug in die richtige Richtung unterwegs ist. Und wenn Sie 2016 auch am richtigen Bahnhof ankommen, bleibt es Ihnen überlassen, wie Sie die Details umsetzen”, sagte der Exekutivdirektor Versicherungsaufsicht auf der vierten Solvency-II-Konferenz in Bonn.

Für die Lebensversicherer gebe es weder “Grund zur Entspannung noch Entwarnung, aber auch nicht zur Panik”, kommentierte er die Ergebnisse der am Mittwoch veröffentlichten “Vollerhebung Leben”. Diese Ergebnisse zeigten die Lage der Branche bis 31. Dezember 2013. Inzwischen hätten die Kapitalmarktzinsen quer über die verschiedenen Laufzeiten rund 100 Basispunkte verloren.

“Die publizierten Zahlen entsprechen also nicht mehr der heutigen Realität”, so Hufeld. Die Lebensversicherer dürften sich jetzt nicht “in den Liegestuhl legen”. Die Anforderungen an die Verstärkung mit Eigenkapital seien “erheblich und gestiegen”. Er forderte die Gesellschaften auf, u.a. “sehr sensibel und verantwortungsvoll” mit der Deklaration der Überschussbeteiligung umzugehen. Unter das neue Eigenkapitalregime fallen in Deutschland 337 Einzelunternehmen und 54 Gruppen. “Einige sind erst in der letzten Zeit dazu gekommen”, so Hufeld.

Manuela Zweimüller von der EIOPA forderte die Unternehmen auf, sich weiter am Austausch über die technischen Standards und Leitlinien zu beteiligen. Einige der Guidelines seien aufgrund dieses Austauschs gestrichen oder umgeschrieben worden. “Wir sind offen für Input und behandeln ihn sehr sorgfältig”, so Zweimüller. Im Sommer sollen die letzten Leitlinien (siehe auch: “Solvency II – was die Chefs alles können müssen“) veröffentlicht werden. “Wir liegen gut im Zeitplan”, sagte sie.

Axel Wehling, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung, kritisierte den Umfang des neuen Regimes. “Absehbare 5.000 Seiten erfüllen mich persönlich mit Grauen. Kommen die Guidelines angesichts der Niedrigzinsphase zum richtigen Zeitpunkt?”

Werner Kerloh vom Bundesfinanzministerium wie auch Zweimüller wiesen daraufhin, dass die Unternehmen oftmals aus Haftungsgründen nach Details verlangten. (lie)

Bild: Felix Hufeld und Manuela Zweimüller (Quelle: lie)

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