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Versicherer bei Investitionen in Stromnetze zu zaghaft

21.03.2014 – Strom_RWEAG.jpg Aus dem Umbau des elektrischen Energieversorgungssystems ergeben sich für Versicherer neue Geschäftsfelder und Investitionsmöglichkeiten. „Bei Investitionen in Energienetze verfügt die Assekuranz über eine einzigartige Risikoexpertise unter den institutionellen Investoren, die sie aber nur unzureichend nutzen”, sagte Tim Linderkamp vom Kompetenzzentrum Versicherungswissenschaften in Hannover am zweiten Tag der Jahrestagung des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft.

Der im Rahmen der Energiewende notwendige Netzausbau erfordere einen hohen Kapitalbedarf. Aufgrund der langen Laufzeit und hohen Bonität sei diese Anlage besonders für Versicherer interessant. Zudem könnten Versicherer sich ihre Risikoexpertise für die Einschätzung des Investitionsrisikos verstärkt nutzbar machen. „Versicherer können ein solches Investment unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten deutlich besser beurteilen als andere Investoren, da sie diese technischen Strukturen zum größten Teil schon versichern”, sagte Linderkamp. Diese Synergieeffekte würden aber von der Versicherungswirtschaft nur unzureichend genutzt.

Versicherer seien auch als Risikoträger gefragt. „Insbesondere für Erzeuger und Netzbetreiber fehlt die Möglichkeit, sich gegen wirtschaftliche Risiken vollumfänglich abzusichern”, so Linderkamp. Schadenwahrscheinlichkeiten seien für konventionelle Energieerzeuger höher. Da Erneuerbare Energien Vorrang bei Abnahme und Durchleitung hätten, müssten konventionelle Energieerzeuger ihre Erzeugungskapazitäten zurückfahren. Doch die Kraftwerke seien für häufiges Herauf- und Herunterfahren nicht konzipiert. Ist eine Netzstörung ohne Verschulden oder leicht fahrlässig vom Netzbetreiber verursacht worden, müssten Erzeuger die Ertragsausfälle bislang selbst kompensieren.

Auch für Netzbetreiber steige das Risiko für Netzstörungen. Verteilnetze müssten neben der Weiterleitung von Strom nun auch den von erneuerbaren Energiequellen produzierten Strom „abtransportieren”, was zu erheblichen Problemen führe. „Uns sind keine Versicherungslösungen für Fälle bekannt, bei denen sich ein Netzbetreiber Schadenersatzansprüchen ausgesetzt sieht, die auf den Ausgleich von Vermögensschäden durch einen Versorgungsausfall gerichtet sind”, sagte Linderkamp. (ell)

Foto: Die Stromnetze sind nach dem Umbau des Energieversorgungssystems störungsanfälliger. (Quelle: RWE AG)

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