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Versicherer arbeiten zu konservativ

15.10.2015 – Nur etwa ein Drittel der Banken und Versicherungsunternehmen beschäftigt sich näher mit dem Thema Big Data. Außerdem nutzt weniger als die Hälfte dieser Unternehmen die verfügbaren Daten für ihre Analysen. Zu diesem Ergebnis kommt die laufende Studie “Wettbewerbsfaktor Analytics”, die vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam und dem Softwarehersteller SAS durchgeführt wird.

Demnach werden entsprechende Datenanalysen derzeit vor allem in den Bereichen CRM/Kundenmanagement, Marketing, F&E und Risikomanagement verwendet. Diese stammen großenteils aus externer Marktforschung, CRM-Software sowie Transaktionssystemen, so die Studie weiter. Allerdings werden Daten aus sozialen Netzwerken oder Standortinformationen bislang nur in einem sehr geringen Umfang genutzt.

Dabei liege der Vorteil der Analytics für die Versicherer vor allem in der individuellen Ansprache von Bestands- und potenziellen Neukunden. Laut Studie sind Banken und Versicherungen durch die Regulierungsvorgaben deutlich zukunftsorientierter ausgerichtet. Demnach nutzen die Befragten künftige Analysen aus den verfügbaren Daten vor allem für Zukunftsprognosen (80 Prozent), für die Aufdeckung von Optimierungspotenzialen (70 Prozent) sowie für die Identifikation von Schwachstellen (60 Prozent) und für eine höhere Wertschöpfung (60 Prozent).

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“Banken und Versicherungen im deutschsprachigen Raum befinden sich in einem harten Wettbewerb. Die Preise für Versicherungsnehmer und Bankkunden sinken kontinuierlich, die Renditen gehen zurück. Dennoch arbeiten Versicherungen und auch einige Banken nach wie vor noch viel zu konservativ. Sie halten an althergebrachten Methoden, beispielsweise bei der Analyse von Risiken oder Erstellung von Zukunftsprognosen, fest. Damit riskieren sie, von innovativeren Unternehmen abgehängt zu werden”, konstatiert Norbert Gronau, Leiter der Studie und Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik an der Universität Potsdam.

Und Wolf Lichtenstein, CEO DACH-Region bei SAS, ergänzt: “Zwar werden Big-Data-Analysen noch nicht in ausreichendem Maße genutzt, aber es gibt wirkliche Leuchtturmprojekte, die sehr vielversprechend sind. Zudem sehen wir bei vielen unserer Kunden aus dem Finanz- und Versicherungssektor, dass Analytics als zentraler Baustein für eine erfolgreiche Digitalisierung von Geschäftsprozessen immer stärker nachgefragt wird.” (vwh/td)

Grafikquelle: “obs/SAS Institute”

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