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Vermögens-Diversifikation durch Kunst?

17.03.2014 – tefaf-150Die alljährlich in Maastricht stattfindende, für ca. drei Mrd. Euro Ware feilbietende und von ca. 70.000 Besuchern frequentierte Kunstmesse Tefaf, verdeutlicht einmal mehr die anhaltende Verlagerung des Sammlerinteresses. Die Richtung lautet: nach 1945 entstandene Kunst, insbesondere Gegenwartskunst.

Immer mehr Vermögende wähnen in diesem von Hype beflügelten Bereich sichere Investments tätigen zu können. Zunehmend delegieren sie auch das Thema Geschmack gleich an Star-Innenarchitekten, die dann die Zweit- und Drittwohnsitze gleich noch mit prestigefördernder Kunst ausgestattet schlüsselfertig übergeben. Anscheinend wird es zu einem regelmäßigen Nebenerwerb von Celebrities wie etwa Barbara Streisand sich erst Sammlungen zuzulegen und sie nach einigen Jahren durch diese Provenienz veredelt wieder zu veräußern.

Ein ganzes Symposium widmete Tefaf dem Design des 20. Jahrhunderts. Für den 1919 entstandenen Dragon Chair der einst in Paris ansässigen Eileen Gray waren fast 30 Mio. Euro bezahlt worden. Im Kommen sind des Weiteren skandinavisches Design (etwa von Alvar Aalto, Arne Jacobsen und Paul Wegner), Möbel von  US-Designern der 1960er und 1970er (Noguchi, George Nakashima, Paul Evans, Vladimir Kagan) sowie von italienischen Designern derselben Epoche (Carlo Mollino, Ico Parisi, Pero Fornasetti). Allenthalben stößt man derzeit auf von Le Corbusier und seinem Neffen Jeanneret entworfene Teak-Möbel für die in den 1960ern entstandene indische Regionalhauptstadt Chandigarh.  Sie werden für bis zu einer halben Mio. Euro gehandelt und weisen teilweise noch die indischen Inventarnummern auf.

Zu hoffen ist, dass Ausmusterung durch staatliche Stellen und Export korrekt vonstatten ging, ansonsten stünden hieraus die nächsten Restitutionsklagen an. Immer brenzliger wird die Frage nach der Provenienz. Was irgendwann teuer wird, das versuchen danach historisch Entrechtete wieder zurückzuerlangen.

Was an alten Meistern wirklich korrekt zugeschrieben werden kann, was lediglich „Schule von“ oder „Zeitgenosse von“ genannt wird, unterliegt Modeströmungen und ändert sich alle paar Jahre aufs Neue. Von den handwerklich einfacheren Fälschungen moderner Kunst ganz zu schweigen.

Die Assekuranz beginnt derzeit, über die bisherigen Grenzen der Versicherbarkeit nachzudenken und sie zu verschieben, nicht zuletzt zwecks Fazilitierung dem Kunsterwerb dienender Kredite.  (cpt)

Links: DOSSIER, Veranstaltungswebsite

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