Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

VdS will Standard für Cyber-Policen etablieren

03.02.2015 – cyber_virsh_sxcWie groß ist der Schaden nach einem Cyber-Angriff? Im Unterschied zu Naturgefahren, Einbruch oder Diebstahl können Unternehmen die Schadenshöhe aufgrund fehlender Standards bislang nicht wirklich ermitteln. Nun will die VdS Schadenverhütung ein einheitliches Prüfverfahren entwickeln, welches die IT-Sicherheit eines Unternehmens nach festen Kriterien auditiert und zertifiziert. Diese sollen dann im März auf der CeBIT vorgestellt werden.

Die Leitlinien sollen vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zugeschnitten sein. Denn während sich vor allem die Großkonzerne bereits gegen Cyber-Schäden versichert haben, herrscht gerade im Mittelstand herrscht noch eine digitale Sorglosigkeit. Daher gilt dieser besonders bei den Versicherern und Maklern als lukrative Zielgruppe, die Cyber-Policen vertreiben. (siehe DOSSIER)

Mit den einheitlichen Sicherheitsrichtlinien sollen gerade diese Unternehmen künftig in die Lage versetzt werden, konkrete Schritte zur Vorbeugung von Schäden umzusetzen und diese von einem unabhängigen Dritten zertifizieren zu lassen. Das Problem hierbei: Da der der Cyber-Versicherungsmarkt noch recht jung ist, gibt es somit auch noch kein belastbares Zahlenmaterial.

“Vor diesem Henne-Ei-Problem steht die Versicherungswirtschaft jedoch immer, wenn neue Deckungen angeboten werden”, heißt es dazu aus der VdS-Zentrale in Köln. Deshalb wolle man mit der Cyber-Richtlinie auch gleich belastbare Statistiken generieren. Allerdings gehe man davon aus, “dass diese statistischen Daten ab 2017 der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden können”, sagte VdS-Sprecher Norbert Bernigau.

Bis dahin wollen die Experten mit dem Know-how und der Praxis von “mehr als 2.500 IT-Fachleuten” mit “circa 30.000 Jahren Berufserfahrung” für den Beginn eine erfolgreiche Basis stellen, so VdS.

Bei den Versicherern sind die Cyber-Risiken derzeit unterschiedlich geregelt. So plädiert Michael Rieger-Goroncy, Leiter Global Corporates bei Marsh, für Teilelemente bei der Cyberdeckung. “Nicht jedes mittelständische Unternehmen braucht die gesamte Deckung. Hier sind Deckungssummen von fünf bis zehn Mio. Euro ausreichend, während größere Firmen 50 bis 100 Mio. Euro benötigen”, so der Experte. Auch wenn die Nachfrage bislang zwar eher verhalten ist: Wenn die Hackerangriffe allerdings weiter zunehmen, sei eine “explosionsartige Entwicklung” zu erwarten, prophezeit Andreas Schlader, Topic Network Leader der Munich Re. (vwh/td)

Bildquelle: virsh / sxc

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten