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Unternehmensinsolvenzen sinken auf 15-Jahres-Tief

11.12.2014 – creditreform_logo_150Sowohl die Zahl der Unternehmensinsolvenzen (- 8,9 Prozent) als auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen (- 4,9 Prozent) gingen 2014 zurück. Mit 23.800 Unternehmensinsolvenzen (Vorjahr: 26.120) stellt 2014 den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung (InsO) vor 15 Jahren dar, meldet die Creditreform.

Der fünfte Rückgang in Folge wurde begünstigt durch einen vergleichsweise einfachen Zugang zu Finanzmitteln, eine positive Ertragssituation im Mittelstand und weitgehende konjunkturelle Stabilität. Geopolitische Risiken der zurückliegenden Monate wie der Ukraine-Konflikt und das Embargo haben bislang keinen Niederschlag in der Insolvenzentwicklung einzelner Branchen gefunden.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen summierte sich seit Jahresbeginn auf 86.900 Fälle (Vorjahr: 91.360). Höhere Tarifabschlüsse, eine geringe Arbeitslosenrate und eine niedrige Inflation stabilisierten die finanzielle Situation der deutschen Verbraucher. Gegenüber dem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2010 (109.960 Fälle) hat sich die Zahl der Verbraucherinsolvenzen damit um rund ein Fünftel verringert.

Einen Anstieg der Insolvenzzahlen (+ 2,0 Prozent auf 24.600 Fälle) war allein bei den „Sonstigen Insolvenzen“ zu verzeichnen, die mehrheitlich Insolvenzen ehemals selbstständiger Personen betreffen. Die Gesamtzahl aller Insolvenzfälle in Deutschland war mit 135.300 aber insgesamt rückläufig (Vorjahr: 141.590; – 4,4 Prozent).

Die Insolvenzschäden betrugen in diesem Jahr 26,1 Mrd. Euro und lagen damit leicht unter dem Vorjahreswert (26,9 Mrd. Euro). Die aktuelle Schadenssumme ist im Vergleich der zurückliegenden zehn Jahre niedrig, was auch auf eine geringere Zahl an Großinsolvenzen zurückzuführen ist.

Das Insolvenzgeschehen in Deutschland war 2014 einmal mehr geprägt von Kleinstinsolvenzen. In acht von zehn Fällen (80,9 Prozent) betrug die Mitarbeiterzahl in den betroffenen Unternehmen maximal fünf (Vorjahr: 79,5 Prozent). Mittlere und größere Unternehmen konnten offenbar stärker von der guten Konjunkturlage der zurückliegenden Monate profitieren.

Alle vier Hauptwirtschaftsbereiche – Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Handel und Dienstleistungen – verzeichneten geringere Insolvenzzahlen. Gegenüber der Situation vor der Finanzkrise 2008/09 haben alle Wirtschaftsbereiche an Stabilität hinzugewonnen. (vwh)

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