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Ungarn: Wachstumslokomotive für internationale Versicherer

02.02.2015 – orban_fidesz_150Während diese Woche der europapolitische Takt in Athen geschlagen wird, setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute wirtschaftspolitische Akzente mit Perspektive bei ihrem Staatsbesuch in Ungarn. Das Land präsentiert sich gerade für Versicherer als Wachstumslokomotive in Osteuropa.

Kein Wunder also, wenn immer mehr Unternehmen an diesen Zug ihre Waggons ankoppeln möchten. 27 Versicherungsunternehmen sind derzeit am ungarischen Markt aktiv.

Das gesamte Prämienvolumen lag 2012/2013 bei knapp 800 Milliarden Forint (ca. 2,7 Milliarden Euro). Das entspricht 2,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Die knapp zehn Millionen Einwohner Ungarns gaben damit pro Kopf im Durchschnitt 270 Euro für Versicherungen aus. Dazu der ehemalige “Bruderstaat” Österreich mit 8,5 Mio. Einwohnern im Vergleich: Dort ist der Durchschnittswert rund sieben Mal so hoch und liegt bei 1.930 Euro. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Expansion liefert die ungarische Tochter der in Wien ansässige Uniqa:

Uniqa Biztosito Zrt. hat in den ersten neun Monaten 2013 mit 47,9 Milliarden Forint (162,0 Millionen Euro) ein Prämienwachstum von 17,2 Prozent erzielt. Damit wächst Uniqa Ungarn viermal schneller als der Markt. Das gesamte Prämienaufkommen im ungarischen Versicherungsmarkt stieg im gleichen Zeitraum nur um etwa 4,1 Prozent auf 617,7 Milliarden Forint (2.086,7 Millionen Euro). Der Marktanteil von Uniqa ist in Ungarn damit um plus 0,9 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent gewachsen (1-9 / 2012: 6,9 Prozent). Das Unternehmen liegt mit diesen Ergebnissen insgesamt auf dem sechsten Platz unter den 27 Versicherungen am Markt. Marktführer ist die Allianz.

Versicherungsmarkt Ungarn

(Klicken zum Vergrößern)
: Grafik: Die Allianz ist Marktführer. Auch die Generali ist maßgeblich in Ungarn engagiert. (Quelle: Uniqa)

Innerhalb Ungarns sind die regionalen Unterschiede erheblich, was den Schutz von Leib und Eigentum betrifft: Der Westen des Landes ist durchgängig gut versichert, der Osten schon etwas weniger und der Süden aber schlecht. Auch wenn Uniqa dem Land für 2015 eine gute Prognose ausstellt (“Die Binnennachfrage wird weiterhin auch im Jahr 2015 ansteigen; Investitionen sind zwar etwas abgebremst, doch Dank einer unterstützenden nachfrageorientierten Politik beschleunigt sich der Konsum, auch durch Verbesserungen am Arbeitsmarkt”), sieht der Kreditversicherer Coface das Land kritisch: Der guten Infrastruktur, einer diversifizierten Wirtschaft mit qualifizierten Arbeitskräften und einem hohen Bestand an ausländischen Direktinvestitionen stehen eine hohe Staatsverschuldung, ein erheblicher Finanzierungsbedarf im Ausland sowie ein hohes Wechselkursrisiko für Kreditnehmer gegenüber.

Insgesamt positiv bewertet schließlich die Uniqa den Markt für Versicherer. In ihrem “Economic Forecast and Impact on the Insurance Industry” heißt es:

Investments and thus construction confidence are still rising. This is a good sign for a higher activity and new orders. Through that it can be expected that also the need for fresh insurance comes up from those projects with rising premiums. Also household consumption is rising and together with higher consumer confidence and lower unemployment a stimulus for the insurance industry is expected. Thereby spending is increased by consumers with more insurable goods and a positive impact on the industry is likely. Additional positive stimulus – both for the general GDP growth, but at the same time also for the insurance sector development – should come from increased exports, which are claimed to result also in higher premiums and insurance need. Hungary’s economy keeps expanding and so the momentum should be good for the insurance industry, too. Furthermore, the car market is still growing strongly with car registration growth of about 20 Percent. This again should stimulate the motor insurance business and boost uptake of motor contracts and premium growth.

Das bietet viel Gesprächsstoff für Angela Merkel und ihren konservativen Kollegen von der Fidesz-Partei. (ak)

Bild: Victor Orban, Regierungschef Ungarn. (Quelle: Fidesz)

Link: Siehe auch VWheute-DOSSIER: Zehn Jahre EU-Osterweiterung

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