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Umsatzbringer Flottenversicherung

17.09.2014 – Autoverkehr_Rainer Sturm_pixelioVersicherer von gewerblichen und industriellen Fuhrparks mussten 2011 ihre Tarif- und Zeichnungspolitik in der defizitären Sparte komplett ändern. Erhebliche Prämienerhöhungen wurden durchgesetzt. Zudem waren die Kunden mit deutlich rigoroseren Sanierungsforderungen seitens der Versicherer konfrontiert. Trotz verschärfter Wettbewerbsbedingungen halten Flottenversicherer an ihrer Grundausrichtung fest. 

„Wir gehen davon aus, dass die Senkung der Schadenquoten marktweit auch 2014/2015 ein Thema sein wird“, berichtet Uwe Hüholt, Leiter Produktmanagement der Kraftfahrt-Flotte bei Axa. Der Versicherer sieht dieser Entwicklung entspannt entgegen. Die eigene Schadenquote liege unter dem Marktdurchschnitt, sagt der Experte. Nach Schätzung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) lag die Schadenquote für Flotten 2013 bei 102 Prozent. Inklusive der Kosten erlitt die Branche mit einer Schaden-Kosten-Quote von 112 Prozent einen dicken versicherungstechnischen Verlust.

Für 2014 erwartet die Branche eine Schadenquote von 95 Prozent und eine Schaden-Kosten-Belastung von 106 Prozent. „Insgesamt entwickelt sich der Markt positiv. Daher sind einige Anbieter offen für neue Flottenrisiken“, erklärt Christos Sakalidis von Aon. Im normalen Flottengeschäft quotieren die Versicherer nach Einschätzung von Experten derzeit bei 70 bis 75 Prozent. Die Schäden eines Jahres müssen also 30 bis 25 Prozent unterhalb des gezahlten jährlichen Nettobeitrags liegen. Bei Flotten mit hoher Schadenfrequenz wollen die Versicherer Schadenquoten von 60 bis 65 Prozent durchsetzen. Flotten, die schlechter verlaufen, müssen auch in diesem Jahr mit einem blauen Brief ihres Versicherers rechnen. „Die Versicherer verlangen von Unternehmern mit Problemflotten oft, dass sofort Schadenverhütungsmaßnahmen eingeleitet werden“, heißt es beim Münchener Versicherungsmakler Oskar Schunck.

Indes halten sich die Versicherer mit Telematiktarifen noch zurück. Derzeit ist in Deutschland allein die SparkassenDirekt Versicherung (S-Direkt) mit einem Pay-as-you-drive-Tarif (PAYD) im Flottengeschäft unterwegs. Der HDI steht in den Startlöchern. Die deutschen Versicherer würden die Entwicklung regelrecht verschlafen, kritisiert Harald Trautsch von Dolphin Technologies aus Wien. Es gebe weltweit keinen Kfz-Hersteller, der sich nicht intensiv mit der Integration von Telematik-Systemen befasse. „Tatsächlich geht es um ganz neue Zugänge zum Kunden. Und Drittanbieter sind Versicherer“, sagt Trautsch. Er rechnet mit einer Marktbereinigung in Folge der Telematik-Technologie. Gute Kurierfahrerflotten würden von Versicherern, die per Telematik segmentieren können, umworben. Die schlechten Risiken würden für die Versicherer übrigbleiben, die keinen Zugang zur neuen Technologie hätten. (usk)

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