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“Überfälliger Zinsschritt in den USA”

16.12.2016 – Yellen_Janet_FedDie US-Notenbank Fed hat am Mittwochabend den Leitzins zum zweiten Mal seit der Finanzkrise um 0,25 Prozentpunkte erhöht. “Die Zinserhöhung reflektiert, dass die Wirtschaft deutliche Fortschritte gemacht hat”, begründete Fed-Chefin Janet Yellen die Zinsentscheidung. Bei den Versicherern traf die Entscheidung der US-Notenbank hingegen auf Erleichterung.

“Der Zinsschritt in den USA nach einer sehr langen Pause von zwölf Monaten war überfällig. Immerhin hat die US-Wirtschaft Vollbeschäftigung erreicht, und der Lohndruck steigt. Auch die Inflation zieht an, was an dem von der Fed favorisierten Preisindex für die privaten Konsumausgaben sehr deutlich wird. Er hat sich von 0,8 Prozent im Juli auf 1,4 Prozent im November erhöht”, kommentiert GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener die Entscheidung der Fed.

Gleichzeitig rechnet der Ökonom mit weiteren Zinsschritten in 2017. “Die überwiegende Mehrheit der Analysten geht von zwei Zinsschritten aus. Gleiches zeigen die Fed Funds Futures an. Dies könnte sich aber als eine zu konservative Prognose erweisen, denn die Fiskalpolitik wird auf einen sehr expansiven Kurs einschwenken”, ergänzt Wiener.

“Insgesamt zeigt der bisherige Kurs der Fed, wie schwierig es ist, aus der Politik des ultra-lockeren Geldes auszusteigen. Während die EZB mit Blick auf die hohen Staatsschulden Gefahr läuft, ihre Politik nur sehr mühsam normalisieren zu können, ist dies in den USA eher der Blick der Fed auf die Stabilität des Finanzmarktes”, ergänzt der Chefvolkswirt des Branchenverbandes.

Auch die Talanx sieht die Zinsentscheidung der US-Notenbank positiv: “Dies ist nicht nur für die sich nach acht Jahren erholende amerikanische Wirtschaft ein richtiges Signal für mehr konjunkturellen Optimismus, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung einer Normalisierung der geldpolitischen Rahmenbedingungen für die Kapitalmärkte. Das tiefste Tal der Zinsen scheint damit hinter uns zu liegen”, betont Immo Querner, Finanzvorstand der Talanx.

“Wenn jetzt der Ölpreis steigt und damit die Inflationsrate, könnten auch die Zinsen in Europa wieder anziehen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Europäische Zentralbank an der Fed ein Beispiel nimmt. Die deutschen Versicherer zwingt die EZB mit ihrer anhaltenden Nullzinspolitik, Kredite auf ihre Bücher zu nehmen, deren Renditen nicht mehr dem Risiko entsprechen”, ergänzt Querner. (vwh/td)

Bild: Janet Yellen (Quelle: Fed)

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