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Über Sinn oder Unsinn von Kurzzeitpolicen

14.01.2016 – wulff_situativeOb Skiurlaub in den Bergen oder der Besuch eines Fußballspiels in der Münchener Allianz-Arena – Kurzzeitpolicen scheinen sich zu einem neuen Marktsegment innovativer Versicherer zu entwickeln. Denn diese “haben schon seit geraumer Zeit ihre Berechtigung am Markt. Allein der effiziente Abschluss und umgehende Bestätigung der Deckung wurde seit den Zeiten der Blockpolice durch heute verfügbare Technologien verbessert”, meint Lennart Wulff.

Der Gründer und Geschäftsführer der SituatiVe GmbH will damit den “Bedarf derer bedienen, die sich bewusst gegen die Rund-um-Sorglos Versicherung auf Jahresbasis entscheiden und sich stattdessen lieber situativ und flexibel Ihren Schutz vor Risiken organisieren möchten. Unsere Zielgruppe hat Ähnlichkeit mit CarSharing-Nutzern, die auch lieber den Nutzungszeitraum bezahlen, statt selbst auf Dauer ein Auto zu unterhalten”, ergänzt Wulff.

Unterstützung erhält er dabei von Jörg Günther, Versicherungsexperte und Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Zwar seien die Abschlusszahlen bei den Versicherern bislang überschaubar. Dennoch werde dieses Metier für die Anbieter “immer interessanter, weil sie hierdurch als serviceorientiert wahrgenommen werden. Ist die Produktpalette groß und die Möglichkeit des Abschließens quasi immer vorhanden, steigt damit die Kundenzufriedenheit”, so das Pladoyer des KPMG-Experten im GDV-Verbandsmagazin Positionen.

Versicherungsschutz für ein paar wenige Tage klinge zwar gut, kontert Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Verbrauchermagazins Finanztip. “Gut und vernünftig ist es deshalb noch lange nicht”, lautet seine Kritik. Demnach suggerierten die Kurzzeitpolicen vor allem eine falsche Sicherheit. So sei beispielsweise eine Versicherungssumme von 50.000 Euro bei einem Unfallschutz “viel zu gering”.

Ein weiterer Kritikpunkt: Überhöhte Preise. “Die Preise für den Schutz für wenige Tage betragen meist nur ein paar Euro, wie beim „Wiesnschutz“ für das Münchner Oktoberfest. Verbraucher werden so zum Kurzzeit-Abschluss verführt. Rechnet man die Kosten allerdings auf ein Jahr hoch, kostet diese Wiesn-Unfallversicherung 2.200 Euro”, moniert Tenhagen.

Zudem seien viele Policen überflüssig, “wie zum Beispiel der Kita-Ausflug-Schutz. Der Versicherer spielt bei diesen Angeboten mit den Ängsten der Eltern, denn die Kinder sind bereits über den Veranstalter versichert”, kritisiert Tenhagen. (vwh/td)

Link: GDV-Positionen: Über App versichert – ist das sinnvoll?

Bild: Lennart Wulff, Gründer und Geschäftsführer der SituatiVe GmbH (Quelle: SituatiVe)

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