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Türkei, China, Russland mit schlechter Zahlungsmoral

12.05.2015 – Die in Österreich beheimatete OeKB Versicherung, ein Tochterunternehmen der Acredia Versicherung AG, hat die internationale Zahlungsmoral wichtiger Exportnationen untersucht und kommt zu, auch für Deutschland vergleichbaren Ergebnissen.

Die höchsten Zahlungsverzüge meldeten die exportierenden Kunden der OeKB Versicherung bei ihren Geschäftsbeziehungen mit türkischen Abnehmern. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Verzüge verdreifacht. Bei den aktuell eingetreten Schäden, haben Kreditversicherungskunden auch einen drastischen Anstieg verzeichnet. Die Wirtschaft des Landes stagniert. Das wirkt sich auch auf die Außenhandelsbeziehungen aus. Das Land verzeichnet den höchsten Arbeitslosenstand seit fünf Jahren und das prognostizierte Wirtschaftswachstum ist deutlich zu schwach. Auch der Staatshaushalt ist schwer defizitär. Der Vertrauensverlust in die Wirtschaft ließ die Türkische Lira erneut auf ein Rekordtief fallen.

Der starke Exportpartner China spürt die schwache Weltwirtschaftslage. Im ersten Quartal 2015 sank die Wachstumsquote auf sieben Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 2009. Die Hoffnungsbranchen Industrie und Dienstleistung schwächeln und versagen es dem Land, wieder in Schwung zu kommen. Die gemeldeten Verzüge und die aktuellen Schäden sind leicht gestiegen und bleiben damit auf hohem Stand.

Anders die Lage in Russland: Der Konflikt mit der Ukraine macht dem Land zunehmend zu schaffen. Die internationalen Sanktionen haben die Wirtschaft hart getroffen und die Krise schlägt sich jetzt auf die Realwirtschaft durch. Laut der russischen Statistikbehörde sind alle wichtigen wirtschaftlichen Parameter im ersten Quartal eingebrochen: die Reallöhne und -einkommen, die Investitionen, die Industrieproduktion und der Handel. Auffällig sind die massiv gestiegenen Verzüge. Das bedeutet, die Lage für Exporteure trübt sich ein, obwohl die Schäden leicht gesunken sind.

Ein drastischer Anstieg bei Zahlungsverzügen wird in Brasilien registriert: Das Land hat zwar alle Ressourcen, die langfristiges Wachstum und die Schaffung von Wohlstand auf breiter Basis ermöglichen, dennoch kommt die Wirtschaft nicht in Schwung. Obwohl Brasilien eine junge, wachsende Bevölkerung hat und über Bodenschätze und Landreserven in klimatisch äußerst günstigen Breiten verfügt, stagniert die Wirtschaft schon seit mindestens vier Jahren. Die Unternehmen investieren kaum, die überschuldeten Konsumenten halten ihr Geld zusammen und die Inflation droht außer Kontrolle zu geraten. Der Hype um die Fußball WM 2014 hat den Handel mit dem Schwellenland zwar angekurbelt, aber zu keinem nachhaltigen Aufschwung geführt. (vwh)

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