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Telematik-Tarife nur ein “Gimmick”?

22.10.2014 – autobahnVon VWheute-NRW-Korrespondent Uwe Schmidt-Kasparek.

Obwohl mit der S-Direkt aus Düsseldorf bereits ein Versicherer einen Telematik-Tarif für die Kfz-Versicherung auf dem Markt gebracht hat, sind Experten weiterhin skeptisch, ob solche Modelle zum Standard werden können. Ein besonders großer Kritiker von Telematik-Angeboten ist ausgerechnet Marco Morawetz von der GenRe. Der anerkannte Fachmann für die Autoversicherung hat daher seinen Vortrag heute auf dem MCC-Fachforum „Telematik und Fahrerassistenzsysteme“ in Köln besonders pointiert überschrieben.

Er fragt sich, ob Telematik-Tarife auf dem deutschen Versicherungsmarkt nicht ein „Gimmick“ bleiben werden. Und dürfte dabei einen kritischen Blick auf das Düsseldorfer Angebot richten. „Telematik in der Kfz-Versicherung wird sich dann durchsetzen, wenn die Technik nahezu fehlerfreie Ergebnisse produziert, die IT diese verarbeiten kann und der Kunde einen für ihn spürbaren Mehrwert erhält“, so Morawetz.

Aller Voraussicht sind aber – und dies wird der MCC-Kongress mit vielen Vorträgen dokumentieren – die beiden ersten Anforderungen an Technik und IT längst erfüllbar. Offen bleibt hingegen, welche Vorteile solche Tarife für Autofahrer bieten. Vor allem im gewerblichen Flottenbereich gibt es hier nach Ansicht von Experten praktische Vorteile für Unternehmen. So stellen die Kontrollsysteme genau fest, in welchem Umfang und wie das Fahrzeug bewegt wird. „Das könnte für Branchen mit saisonaler Auslastung ihrer LKW-Flotte künftig von erheblicher Bedeutung werden“, bestätigt Winfried Niebus von der Aktiv Assekuranz Makler aus München. Der Gewerbeflottenexperte hat bereits erste Tarife für Mietwagen- und Baufahrzeugflotten verwirklicht.

Die Versicherungsprämie kann so, gerade bei kleineren, mittelständischen Unternehmen viel besser der tatsächlichen Marktentwicklung angepasst werden. Umstritten ist daher vor allem, ob sich Pay-as-you-drive Tarife (PAYD) im privaten Kfz-Versicherungsgeschäft durchsetzen können. Wichtig könnten sie als Gefahrenabwehr werden. Denn sowohl Internetunternehmen, wie beispielsweise Google oder Autohersteller, haben ein großes Interesse an den Bewegungsdaten der Autofahrer. Wer Zugriff auf diese Daten hat, dürfte versicherungstechnisch die Nase vorne haben. Wie wichtig das Thema ist zeigt auch die Tatsache, dass derzeit der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen praktischen PAYD-Großversuch vorbereitet.

Bild: Garantiert ohne Telematik: Oldtimer. (Quelle: ak)

Link: Berichterstattung Telematik auf VWheute

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