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Technik gefährlicher als Alkohol am Steuer

30.11.2016 – ablenkung_akIm Rahmen ihrer neuen Verkehrs- und Sicherheitsstudie stellt die Allianz fest, dass “Ablenkung am Steuer” durch die zunehmende Technisierung deutlich gefährlicher wirkt als Alkohol am Steuer. Als Konsequenz fordert der Versicherer die Zieleingabe von Navigationsgeräten während der Fahrt zu deaktivieren, technische Geräte im Fahrzeug zu harmonisieren und Notbremssystem obligatorisch ab Werk zu verbauen.

Ist Technik am Steuer gefährlicher als Alkohol am Steuer? Eindeutig ja, sagt dazu die zweite Studie zum Thema “Ablenkung am Steuer” die der Versicherungskonzern Allianz nach fünf Jahren in einer ganz aktuellen Version gestern im Allianz Zentrum für Technik (AZT) vorgestellt hat. Und diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Im Vergleich zum Vorjahr ereigneten sich 2015 rund 2,5 Mio. Unfälle in Deutschland, das markiert ein Plus von 4,6 Prozent. Dabei ließen 3.400 Menschen ihr Leben im Verkehr, was eine Steigerung zum zweiten Mal in Folge bedeutet. Damit rückt das politisch geforderte Ziel einer EU-weiten Halbierung der Todesfälle bis zum Jahr 2020 in weite Ferne.

Zwar will die Bundesregierung den sogenannten “Handy-Paragraphen” um die Nutzung von Tablets während der Autofahrt erweitern, doch gleichzeitig verbauen die Hersteller immer mehr und immer komplexere Features in den Fahrzeugen. Diese sind häufig höchst unterschiedlich in ihrer Bedienung ausgelegt, zudem sind sie nicht jedem Autofahrer gleich bekannt und erhöhen damit das Risiko einer Kollision. Auf 1:600 lautet die Dunkelziffer während einer Alkoholfahrt von der Polizei entdeckt zu werden, lediglich 1:3.400 ist die Entdeckungsquote bei einem Handyverstoß.

Wenn nun, wie von der Allianz als Konsequenz aus dieser Untersuchung gefordert verschiedene Eingabefunktionen während der Fahrt blockiert wären, die verbauten Geräte wie Navis harmonisiert und Notbrems-, Ruf- oder weitere Systeme obligatorisch in die Fahrzeuge Einzug hielten, ließen sich rund ein Drittel aller Auffahrunfälle vermeiden, wie der Schadenvorstand der Allianz Versicherungs-AG, Mathias Scheuber, ausführte. Damit ist mittelfristig auch zu rechnen, Stichwort eCall ab 2018. Telematik ab sofort und neue noch unbekannte Funktionen (z.B. Blackboxes) sind hier gar nicht mit eingeschlossen.

Was bedeutet dies nun für den Bereich Kfz-Schaden für ein Unternehmen wie die Allianz? “Wir sehen tatsächlich einen Trend zu weniger Kfz-Schäden, das ist über die letzten Jahre ein langsamer Trend. Allerdings sehen wir auch einen Trend hin zu komplexeren Schäden. Mit dieser Studie wollen wir die Menschen sensibilisieren”, sagt Scheuber. “Denken Sie nur an das Thema Alkohol am Steuer, das war früher ein Kavaliersdelikt und ist heute geächtet, da müssen wir auch mit dem Thema ‘Ablenkung am Steuer’ hinkommen”, so der Manager abschließend.

Im Interview mit VWheuteTV stellt der Leiter des AZT, Christoph Lauterwasser, die Ergebnisse der Studie vor und gibt Antworten auf die Fragen nach den neuen Risiken für Autofahrer und was das für die Schadenquote im Bereich Kfz für den Versicherer zukünftig bedeutet.

(vwh/ak)

Bild: Alexander Kaspar

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