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Tankerstau zwischen dem Persischen Golf und Asien

15.04.2016 – tanker_pixelioZwischen Asien und dem Mittleren Osten stauen sich die Ölfrachter. Vor allem Supertanker verkehren zwischen dem Persischen Golf und Asien, wie eine aktuelle Grafik der Nachrichtenagentur Reuters zeigt. Für die Transportversicherer zeigt sich hier ein erhebliches Gefahrenkumul. Denn die meisten weltweit größten Öltanker verkehren auf dieser Route.

Die aktuelle Grafik der Nachrichtenagentur Reuters verdeutlicht, dass fast alle der 660 sogenannten Very Large Crude Carriers (VLCC) zwischen den asiatischen und arabischen Häfen verkehren. Hierbei handelt es sich um die weltweit größten Öltanker.

Am 11. April 2016 warteten 19 VLCCs und Suezmax (Schiffe mit der maximalen Größe um den Suezkanal durchqueren zu können) am irakischen Hafen Basra auf ihre Befüllung mit Öl. Weitere 19 Schiffe stauen sich an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate in den Häfen von Fujairah und Khor Fakkan. Jeweils sind Verzögerungen bei der Befüllung der Tanker die Ursache für die Staus.

Ein weiterer Hot Spot zeigt sich in China. Erst im vergangenen Jahr wurden die unabhängigen chinesischen Raffinerien von staatlichen Importbeschränkungen befreit. Die Folge: ein sprunghafter Anstieg der Rohölimporte, der zu einer Vervierfachung der Liegezeit für die Tanker im Hafen von Qingdao geführt hat. Die große Mehrheit der Schiffe, die Öl aus dem persischen Golf nach Asien transportieren, passieren auf ihrer Route den Hafen von Singapur, der “Tankstelle” für die Ozeanrisen. Die rapide ansteigende Frequantierung des Hafens führt auch hier zu einer Überlastung der Kapazitäten.

Die Tankerstaus verdeutlichen anschaulich den aktuellen Öl-Boom. Vor allem China und Indien treiben die Nachfrage nach oben. So erklärt sich auch, dass die Eigner von Tankschiffen nicht ganz so in Bedrängnis sind, wie die übrige Seetransportbranche. Während hier die Frachtraten deutlich sinken, zeigen sich die beiden relevanten Indices der Baltic Exchange (BCIY für Clean Tankers, BDIY für Dirty Tankers) in den letzten fünf Jahren stabil. Die Schwankungen bewegen sich im Bereich von 600 bis 1.000 Punkten bzw. 400 bis 800 Punkten.

Die Ansammlung der Supertanker lässt das Schadenpotenzial in den betroffenen Häfen erheblich steigen. Sowieso hat sich in diesen Transportknotenpunkten ein erhebliches Schadenpotenzial entwickelt, wie die Explosion in Tianjin nachdrücklich vor Augen führte. Die neusten Schätzungen der International Union of Marine Insurance (Iumi) belaufen sich inzwischen auf fünf bis sechs Mrd. US-Dollar an Schadenszahlungen für die Versicherer.

Einen ausführlichen Bericht über die Situation der Transportversicherungsbranche finden Sie in der kommenden Ausgabe der Versicherungswirtschaft. (cpt/jko)

Bild: Petra Bork / pixelio.de

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