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Studie zur Automobilindustrie: China „hot“, Russland „not“

25.09.2014 – China-MautEuler Hermes erwartet für 2014 und 2015 einen weiteren Produktionsanstieg von jeweils vier Prozent, im Jahr 2017 soll nach Ansicht der Ökonomen dann auch die Marke der 100 Millionen Fahrzeuge pro Jahr geknackt werden. Dies geht aus der jüngsten Studie des Kreditversicherers Euler Hermes hervor.

Wachstumsmotor bleibt auch weiterhin der weltgrößte Markt in China, der rund 20 Millionen verkaufte Fahrzeuge verzeichnet und damit einen Marktanteil von 27 Prozent der weltweiten Autoverkäufe aufweist. Die Aussichten sind deshalb weiterhin sonnig – zumal lediglich fünf Prozent aller Chinesen bisher ein eigenes Auto besitzen. Um das große Potenzial der chinesischen Landbevölkerung zu erschließen, müssen die Autobauer für diese Zielgruppe Lösungen finden, die auf die geringere Kaufkraft dieser Bevölkerungsgruppe zugeschnitten sind, so Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe.

Die Euler Hermes Ökonomen erwarten für Deutschland einen weiteren Produktionsanstieg von sechs Prozent im Jahr 2014 und weiteren vier Prozent in 2015. Die Exportquote der deutschen Autobauer liegt mit 77 Prozent auf einem Langzeithoch. Auch die Verkaufszahlen stabilisieren sich mit drei Millionen Fahrzeugen bis zum Jahresende, was ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Für 2015 erwarten die Experten einen weiteren leichten Anstieg um drei Prozent auf 3,1 Millionen verkaufte Autos – das sind immer noch etwa zehn Prozent weniger als der mittelfristige Durchschnittswert. Dieser ist jedoch vor allem durch die von der Abwrackprämie bedingten Spitze bei den Neuregistrierungen in den Jahren 2009/2010 beeinflusst. Der starke Preiswettbewerb in Europa und die steigenden Produktionskosten bergen jedoch vermehrt Risiken für die deutschen Autobauer. Diese haben als Reaktion darauf zum Teil bereits drastische Sparmaßnahmen angekündigt.

Zu den Verlierern bei den Verkaufszahlen gehören Thailand, Argentinien und Russland, die in 2014 mit jeweils -36 Prozent, -30 Prozent und -14 Prozent den voraussichtlich stärksten Rückgang verzeichnen werden. Neben den geopolitischen Risiken tragen auch die Abwertung der jeweiligen Landeswährung und das hohe Zinsniveau zu dieser Negativentwicklung bei. Auch Brasilien (- zehn Prozent in 2014) leidet unter der Rezession im Land und kann die in den vergangenen Jahren sukzessive erweiterten Produktionskapazitäten nicht auslasten, was die Profitabilität belastet. Japan kämpft – zumindest kurzfristig – mit einer Anhebung der Mehrwertsteuer, die das Wachstum in 2014 negativ beeinflusst (- fünf Prozent in 2015) und in Europa zählen Italien und Belgien zu den Verlierern.

Bild: Stau vor einer chinesischen Mautstelle. (Quelle: hy)

Link: Euler Hermes Studie Automobilindustrie: China „hot“, Russland „not” (Vollständige Studie, engl. PDF)

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