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Strukturwandel in Marokko unwahrscheinlich

14.11.2016 – Moschee Mohammed V in Rabat__Katharina Wieland Mueller_pixelio.deIn Marokko wurde gewählt: Die Bürger haben sich für die gemäßigten Islamisten von Ministerpräsident Abdelilah Benkirane entschieden. Bei der Parlamentswahl errang die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) 125 Mandate und ist somit weiterhin die stärkste Fraktion. Weitere Reformen sind geplant, doch der Kreditversicherer Credimundi hält einen Strukturwandel für unwahrscheinlich.

Größter Konkurrent der PJD ist mit 102 Sitzen die königsnahe Partei für Authentizität und Modernität (PAM), die damit eine starke Opposition darstellt. Benkirane konnte sich bereits die Unterstützung der Partei der Unabhängigkeit (Istiqlal) sowie der Partei für Fortschritt und Sozialismus sichern. “Das sollte für eine Mehrheit reichen”, sagt Christoph Witte, Deutschland-Chef des belgischen Credimundi.

Benkirane habe sich in den vergangenen fünf Jahren auf die Wirtschaft fokussiert: Er kürzte Subventionen und reformierte das Rentensystem für den öffentlichen Dienst. Zudem setzte er sich für eine Generalüberholung des schwerfälligen Subventionssystems ein und verhängte einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst. Somit konnte das Haushaltsdefizit, das 2011 bei 6,6 Prozent des BIP lag, bis heute um voraussichtlich 3,5 Prozent gesenkt werden.

Darüber hinaus erreichte die marokkanische Regierung eine beträchtliche Reduzierung des Leistungsbilanzdefizits – und zwar von 7,9 Prozent in 2012 auf aktuell 1,2 Prozent. Allerdings ist die Wirtschaft durch die Dürre in diesem Jahr stark angeschlagen:

“Das Wirtschaftswachstum liegt aktuell lediglich bei rund 1,8 Prozent. Zudem ist die Arbeitslosigkeit weiterhin auf einem hohen Level – ein hartnäckiges Problem”, so Witte. “Es zeigt sich zudem, dass die vielen Reformen das Land extrem gespalten haben. So konnten beide Parteien, sowohl die PJD als auch die PAM, einen beträchtlichen Stimmenzuwachs verzeichnen.”

Die politische Agenda wird sich aber auch unter der neuen Koalition kaum ändern, der Fokus wird weiterhin auf der Kürzung der öffentlichen Ausgaben liegen. Zudem gilt es, die Korruption einzudämmen. (vwh/mv)

Bild: Moschee Mohammed V in Rabat (Quelle: Katharina Wieland Müller / pixelio.de)

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