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Strategisches Denken gefordert

08.09.2014 – gesundheitswirtschaft_konferenz_epo_150Von VWheute-Korrespondentin Elke Pohl.

Die 4. Gesundheitswirtschaftskonferenz, die am vergangenen Freitag im  Bundesministerien für Wirtschaft und Energie stattfand, bekannte sich zur Weiterführung des Dialogs zwischen allen Beteiligten und zur Schaffung von innovationsfördernden Rahmenbedingungen.

Mit Blick auf den in einer Woche am 15. September beginnenden Pharmadialog mit der forschenden Arzneimittelindustrie sowie auf den Innovationsfonds für sektorenübergreifende Forschung erklärte Gesundheitsminister Hermann Gröhe, dass die Rahmenbedingungen für Innovationen der Gesundheitswirtschaft in Deutschland gut seien und man vor allem den Dialog zwischen allen beteiligten Parteien in den letzten Jahren intensivieren konnte. Allerdings müsse bei aller Innovationsfreudigkeit die Balance zur finanziellen Nachhaltigkeit gegeben sein. Die Arbeitnehmer müssten vor ins uferlose steigenden Beiträgen geschützt werden. Im Rahmen des „Gesetzes zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung“ ist festgelegt, dass ab Anfang 2015 der Arbeitgeberbeitrag in Höhe von dann 7,3 Prozent eingefroren wird, um die Steigerung der Lohnzusatzkosten zu begrenzen.

Aus Sicht der Industrie mahnte Prof. Wolfgang Plischke, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheitswirtschaft, dass die Politik den Unternehmen Planungssicherheit garantieren müsse, um die Grundlage für weitere Investitionen zu legen. Wirtschaft, Wissenschaft und Politik müssten besser kooperieren und verhindern, dass zum Beispiel junge Wissenschaftler ins Ausland abwandern. Attraktive Arbeitsplätze und eine Anpassung der Forschungsförderung in den Unternehmen an internationales Niveau seien erste Schritte. Plischke forderte einen holistischen Blick und ein gesamtwirtschaftliches Bewusstsein für die Gesundheitswirtschaft und mehr ressortübergreifenden Dialog. In der Vergangenheit habe man in technologischer Hinsicht viel Zeit verloren und sich mit Insellösungen zufrieden gegeben. Deutschland müsse als Heimatmarkt gestärkt werden – bei allen Chancen, die sich in vielerlei Hinsicht durch den Export von Technologie und anderem Know-how vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländer ergeben.

Auch Prof. Detlev Ganten, Präsident des World Health Summit, das sich mit drängendsten Aufgaben der globalen Gesundheitsversorgung beschäftigt, forderte ein gesamtgesellschaftliches Konzept für den Gesundheitsbereich. Das werde es allerdings nur geben, wenn der politische Wille vorhanden sei. Im Moment sei dieser Wille noch durch zu viele Einzelinteressen fragmentiert. „Strategisches Denken über das eigene Ressort hinaus ist bei uns noch nicht weit verbreitet“, konstatierte er.

Was die Kosten der Gesundheitsversorgung betrifft, plädierte der Vorstand des BKK Dachverbandes, Franz Knieps (siehe KÖPFE), für ein differenzierteres Herangehen. Es werde künftig wahrscheinlich nicht mehr nur eine Lösung für alle Leistungsebenen geben, sondern abgestufte. Wenn eingespart werde, müsse der Blick auf alle Kosten gerichtet werden. Häufig führen heute Einsparungen in einem Bereich zu Mehrausgaben in einem anderen. „Wenn Geld für Innovationen ausgegeben wird, dann möchte ich wissen wofür und ob es zum Nutzen meiner Mitglieder geschieht“, fasste er zusammen.

Bild: Wolfgang Plischke, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheitswirtschaft im Dialog mit Moderatorin Ursula Weidenfeld. (Quelle: epo)

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