Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 


- Anzeige -

Standmitteilungen der Lebensversicherer schwer verständlich

15.07.2016 – GDV_walters_neuJede vierte Standmitteilung eines Lebensversicherers entspricht nicht den gesetzlichen Standards, bemängelt der Finanzmarktwächter. Nach Einschätzung des BdVs sind die Ergebnisse des Tests der Verbraucherschützer sogar noch geschönt. Der GDV plädiert für eine Online-Renteninformation, die standardisiert für alle drei Säulen der Altersvorsorge anwendbar ist.

Gewinnguthaben, Bonussumme oder Ansammlungsguthaben: Die Lebensversicherer machen es ihren Kunden nicht immer leicht, ihre Produkte zu verstehen. Für das Wort Standmitteilung hat die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) 15 zusätzliche Begriffsalternativen vorgefunden, von Kontoauszug bis Leistungsübersicht. Sie haben Standmitteilungen aus der Zeit von Juni 2015 bis Februar 2016 zu rund 900 Verträgen ausgewertet, die Lebensversicherungskunden ihnen zugeschickt haben. Insgesamt hat das Team dadurch von 48 der rund 90 Lebensversicherer in Deutschland mindestens eine Standmitteilung erhalten und ausgewertet.

Im Ergebnis nennt jede vierte der untersuchten Standmitteilungen die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben nicht oder unvollständig, beispielsweise über die Leistung im Todesfall oder bei Ablauf zuzüglich der garantierten Überschüsse. Kein einziger Lebensversicherer nennt die Summe der eingezahlten Beiträge. In drei von vier der untersuchten Standmitteilungen erfahren die Kunden nicht, wie viel sie garantiert ausgezahlt bekommen, wenn sie ihren Vertrag beitragsfrei stellen. “Die Informationen in den Standmitteilungen bei Lebensversicherungen sind unzureichend”, kritisiert Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim VZBV. Einige Versicherer zeigen, dass es besser geht, hebt der neu geschaffene Marktwächter Finanzen hervor. In sechs der 68 untersuchten Standmitteilungen finden sich fast alle aus Verbrauchersicht wünschenswerten Angaben, bis auf die Summe der gezahlten Beiträge.

Nach Einschätzung des Bundes der Versicherten (BdV) ist die Darstellung sogar noch geschönt. “Die Situation der Lebensversicherungen in Sachen Standmitteilungen ist noch dramatischer als vom Finanzmarktwächter zusammengefasst“, sagt BdV-Sprecher Axel Kleinlein. Grund: Wenn ein Unternehmen für unterschiedliche Tarife unterschiedliche Standmitteilungen verschickt hat, ging in die Bewertung jeweils die beste Variante ein. Dadurch haben Versicherer besser abgeschnitten, wenn sie uneinheitlich agiert haben.

Die Stichprobe konzentriert sich auf die Jahre 2014 und 2015, also auf einen Zeitraum vor Veröffentlichung der neuen Empfehlung des GDV. Der Verband setzt sich für brancheninterne Regulierung ein. Kürzlich hat man die Empfehlungen für die Standmitteilungen zur Lebensversicherung überarbeitet. “Wir überarbeiten unsere unverbindlichen Empfehlungen zur Leistungsdarstellung in der Lebensversicherung regelmäßig”, betont man in Berlin. Derzeit setzen sich die Lebensversicherer für die Einführung einer säulenübergreifenden Online-Renteninformation ein, die Verbrauchern regelmäßig Aufschluss über ihre zu erwartenden Alterseinkünfte aus gesetzlicher Rente sowie betrieblicher und privater Altersvorsorge gibt. Die Rechtsverstöße der Lebensversicherer hat der VZBV der BaFin gemeldet. (ba)

Bildquelle: Sonja Walters

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten