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Staatliche Transferzahlungen: Wer gewinnt, wer verliert

17.08.2015 – Geld by_Andreas Hermsdorf_pixelio.deDie meisten Bundesbürger kommen in den Genuss staatlicher Transferzahlungen – egal, ob sie viel oder wenig besitzen. Das berichtet das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Finanziert werden die Sozialleistungen überwiegend aus den Steuern und Abgaben der einkommensstarken Haushalte. 2014 gab der deutsche Staat rund 849 Mrd. Euro für soziale Leistungen aus, das waren 3,8 Prozent mehr als im Jahr davor.

Nicht alle Transfers wandern allerdings direkt in die Geldbeutel der Bürger, berichtet das IW. Vor allem bei Leistungen im Gesundheitsbereich – gut 200 Mrd. Euro – handelt es sich in erster Linie um Sachleistungen. Nach Angaben des Sozio-ökonomischem Panels würde das Gros der Leistungen aber sehr wohl im Portemonnaie des Bürgers landen: Demnach erhielt ein Durchschnittshaushalt 2012 Sozialleistungen von rund 820 Euro im Monat. Der weitaus größte Posten sind hier mit mehr als drei Vierteln die gesetzlichen Renten und die Pensionen für ehemalige Beamte. Weil sich diese Zahlungen eng an das frühere Einkommen anlehnen, gehen diese (Versicherungs-)Leistungen nicht nur an Haushalte, die am unteren Ende der Einkommens­pyramide angesiedelt sind.

Indes sind die staatlichen Geldtransfers in den unteren Einkommensgruppen ein wesentlicher Bestandteil des Haushaltseinkommens. Schlechtergestellten Mitbürgern wird kräftig unter die Arme gegriffen: In Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.000 bis 1.500 Euro liegt der Anteil der Transferzahlungen durchschnittlich bei 804 Euro. In den oberen Einkommensgruppen fallen die Sozialleistungen geringer aus. Ein Haushalt, der 7.000 bis 10.000 Euro im Monat zur Verfügung hat, bekommt im Durchschnitt 625 Euro zugeschossen.

Wie hoch Transfers und Abgaben im Einzelfall sind und wer tatsächlich durch die staatlichen Eingriffe verliert oder gewinnt, hängt auch von den Haushaltseigenschaften ab, schreibt das Kölner Wirtschaftsinstitut. In die Pflicht genommen werden vor allem erwerbstätige Paare ohne Kinder. Ihre durchschnittlichen Bruttoeinkommen und ihre Abgaben sind vergleichsweise hoch, sie profitieren aber kaum von Transfers. Seniorenhaushalte und Haushalte, die kein Einkommen beziehen, aber Leistungen wie etwa Hartz IV bekommen, sind dagegen in der Regel Nettotransferempfänger.

Dass die staatliche Umverteilung die Armut in Deutschland bekämpft, zeigt eine weitere Auflis­tung des IW Köln. Demnach verfügt mehr als die Hälfte der 40 Millionen Haushalte über ein monatliches Nettoeinkommen von 1.000 bis 3.000 Euro. Weniger als 1.000 Euro haben dagegen nur 10 Prozent der Haushalte, darunter überwiegend Singles. (vwh/mst)

Bildquelle: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

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