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Staat sollte autonomes Fahren stärker stützen

17.09.2015 – Lukas Neckermann- quelle dg“Der Bedarf an Mobilität wird nicht nachlassen, nimmt eher zu. Man wird in Zukunft Mobilität versichern. In welcher Form auch immer”, sagt der freie Unternehmensberater Lukas Neckermann im Gespräch mit VWheute-Redakteur David Gorr auf der IAA. Dort überschlagen sich Experten in Prognosen, wann autonome Fahrzeuge die Straßen beherrschen werden und welche Folgen das hat.

Der Unternehmens-Berater Lukas Neckermann ist davon überzeugt, dass Carsharing zunehmen und die private Kfz-Versicherung verschwinden wird. Flottenbetreiber werden deshalb immer mehr in den Fokus der Versicherer rücken. “Wir werden mit autonomen Autos so umgehen, wie mit dem Flugverkehr oder selbstgesteuerten Zügen. Dabei wird nur eine neue Form der Mobilität versichert”, sagt Lukas Neckermann. Der Berater ist im Laufe seiner Karriere unter anderem für bei BMW, Allianz und Euler Hermes tätig gewesen.

Viereckl bei Strategy& PwC - quelle  GorrBoston Consulting legte sich ebenfalls in ihrer Studie fest: Besitzer von autonomen Autos haften bei Unfällen. Auf der IAA legt nun PwC mit Prognosen nach und spricht die Nutzer von jeder Haftung frei. “Allein die Entwickler sind für das Schadensrisiko verantwortlich”, bestätigt Richard Viereckl, Senior Partner und Automobilexperte bei Strategy&, einer Unternehmenstochter von PwC. “Versicherer sterben keineswegs aus, ihr Geschäft wird sich lediglich in Richtung eines Finanzdienstleisters verlagern.” Er ist überzeugt, dass Automobilhersteller eigene Policen anbieten werden, für Versicherer heiße die Devise: neue Märkte erschließen. “Mit jeder neuen Technologie entsteht der Bedarf nach neuen Dienstleistungen, genau in diesem Feld werden Versicherer neue Geschäftsmodelle entwickeln.”

Laut PwC-Studie ist die vernetzte Mobilität der zentrale Wachstumstreiber der Automobilindustrie. Die technologischen Vorstufen des autonomen Fahrens werden schon 2016 ein Marktvolumen von 9,45 Mrd. Euro erreichen. Die PwC-Experten schätzen, dass dieser Anteil bis 2021 sich auf 39,62 Mrd. Euro vervierfachen wird.

Um Wettbewerber auf Abstand halten zu können, werde die deutsche Automobilindustrie in den kommenden Jahren knapp elf Mrd. Euro pro Jahr in die Digitalisierung ihrer Produkte investieren. “Die ungewöhnliche Allianz von Audi, BMW und Daimler, um für 2,8 Mrd. Euro Nokias digitalen Kartenanbieter Here gemeinsam zu übernehmen, war da vermutlich nur der Anfang”, erklärt Viereckl.

Alex Koster von Strategy& PwC - quelle GorrMan wünsche sich jedoch mehr Unterstützung seitens der Politik. “In den USA und Schweden fördern der Staat gezielt die Bestrebungen der Unternehmen, autonome Autos zu bauen und an dieser Technologie zu forschen. In Deutschland reift dieser Gedanke auch langsam heran”, sagte Alex Koster, Partner und Digitalexperte von Strategy&, gestern auf der Pressekonferenz auf der IAA.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat gestern eine Studie vorgestellt, wonach der Verkehr auf deutschen Autobahnen bereits in fünf Jahren weitgehend automatisiert ablaufen könnte. Bundesverkehrsminister Aleander Dobrindt versprach im gleichen Atemzug die Förderung von selbstfahrenden Autos.(vwh/dg)

Bilder von oben: Unternehmensberater Lukas Neckermann, Strategy&-Senior Partner Richard Viereckl, Strategy&-Partner und Digitalexperte Alex Koster. (Quelle: dg)

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