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Spanien: Aviva verkauft weitere Allfinanztochter

25.09.2014 – rolf-engelhardt-150-herzVon VWheute-Spanien-Korrespondent Rolf Engelhardt.

Die britische Aviva hat ein weiteres Standbein im spanischen Bancassurance-Markt verloren. Gerade hat sie den Verkauf ihrer 50-prozentigen Beteiligung am Joint Venture CXG Aviva an ihren bisherigen Allfinanzpartner Abanca bekannt gegeben. Die Bankengruppe Abanca ist aus der kollabierten Sparkasse NCG hervorgegangen, die vor zwei Jahren mit europäischen Hilfsgeldern gerettet wurde. Der Kaufpreis für die CXG Aviva liegt bei 286,9 Millionen EUR.

Die Transaktion setzt eine Entscheidung des Schiedsgerichts von Madrid um und liegt deutlich unter den ursprünglichen Forderungen der Aviva von 430 Millionen EUR. „Das Schiedsgericht hat eine Nichterfüllung der NCG Banco bei ihrer strategischen Allianz mit der Aviva nach der Fusion der Sparkassen Caixa Galicia und Caixa Nova zu NovaCaixaGalicia (NCG) festgestellt.“, heißt es in einer Mitteilung der Aviva.

Die NCG Banco ist das Vorgängerinstitut der heutigen Abanca. Sie wurde in 2010 vom staatlichen Banken-Rettungsfonds FROB übernommen und mit öffentlichen Geldern saniert. Danach wurde das Institut aufgespalten und an die venezolanische Bankengruppe Banesco veräußert. Der FROB hatte durch seinen Einstieg bei der heutigen Abanca auch die indirekte Kontrolle über ihre 50-prozentige Beteiligung an der CXG Aviva übernommen, der gemeinsamen Allfinanztochter der  NCG und der Aviva.

Aviva forderte nach dem darauffolgenden Bruch des Joint Ventures eine entsprechende Entschädigung für das ursprünglich langfristig angelegte Bündnis. Mangels gütlicher Einigung musste letztlich das in Madrid ansässige Schiedsgericht die jetzige Entscheidung fällen. Die Transaktion muss bis Ende 2014 abgeschlossen werden und steht noch unter dem Vorbehalt der Aufsichtsbehörden. Der Verkaufserlös entspricht nach der Aviva dem 25-fachen des operativen Gewinns der CXG Aviva aus 2013.

„Die Entscheidung hat keinen Einfluss auf unsere anderen strategischen Bündnisse mit den Banken BMN, Banco CEISS, Unicaja Banco oder der Pleayo Mutua“, sagt der CEO der Aviva España Ignacio Izquierdo. Dank mehrerer Allfinanzbündnisse mit spanischen Sparkassen war die Aviva zu einem der führenden Lebensversicherer Spaniens aufgestiegen. Wegen der lokalen Bankenkrise mit staatlichen Rettungsaktionen und Umstrukturierungen werden bestehende Joint Ventures mit Versicherern jedoch reihenweise beendet. Die Aviva ist von dieser Entwicklung besonders stark betroffen.

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