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S&P: LVRG weitgehend positiv

19.06.2014 – standard-and-poorsDas von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Gesetzesvorhaben zur Neuregelung der Beteiligung von Lebensversicherungsnehmern an den Bewertungsreserven bei festverzinslichen Wertpapieren im Falle einer Kündigung oder beim regulären Vertragsablauf ist nach Einschätzung von Standard & Poor’s zumindest im Prinzip richtig und gut.

In jedem Fall ist es aber besser, als es derzeit zuweilen in der Öffentlichkeit beurteilt wird, brach Ralf Bender, Senior Director Insurance Ratings EMEA bei der Ratingagentur, anlässlich der Vorstellung einer Studie zu der Thematik mit dem Titel „German Life Insurance Reform Proposals Favor Policyholders“ eine Lanze für den Vorschlag.

Dies vor allem deshalb, weil die geplanten Änderungen in erster Linie dem Versichertenkollektiv insgesamt zugute kämen. An der positiven Gesamteinschätzung ändere sich auch dadurch nichts, dass in dem Entwurf des Lebensversicherungsreformgesetzes nun neben der Bewertungsreserven-Problematik zusätzlich beispielsweise die Höhe des Garantiezinses neu geregelt werden soll und neue Vorgaben für mehr Kostentransparenz, zur Verteilung von Risikoüberschüssen sowie der Risikoverteilung zwischen den Versicherungsnehmern und den Eigentümern der Versicherungen beigepackt wurden. Letzteres bis hin zu Ausschüttungssperren für den Fall, das der Bilanzgewinn den Wert des „Sicherungsbedarfs“ unterschreitet.

Für die letztgenannte Intension des Gesetzgebers zeigte Bender durchaus ein gewisses Verständnis. Er wies aber zugleich darauf hin, dass der jährliche Bilanzgewinn eine sehr volatile Größe ist, während es sich beim „Sicherungsbedarf“ um einen sehr nachhaltigen Wert handelt. Daher hänge es stark von der letztlich konkreten Ausgestaltung der Gesetzesvorgaben ab, ob solch eine Regelung wirklich zielführend wirken könne. Faktisch könnten auf diesem Wege jedoch auch aus dem Rating-Blickwinkel heraus finanziell eher schwach aufgestellte Lebensversicherer gestützt werden.

Ähnliches gelte für die geplante weitere Absenkung des Garantiezinses auf 1,25 Prozent. Hier, so Bender, dauere es systembedingt jedoch zwangsläufig sehr lange Zeit, bis diese Maßnahme spürbare Wirkung entfalten könne. Schneller – und durchaus sinnvoll – könnten neue Vorschriften für mehr Transparenz bei Kosten und Provisionen im Hinblick auf einen stärkeren Wettbewerb greifen. Hier sei zu begrüßen, dass die Regelung wegen der unterschiedlichen Geschäftsmodelle der einzelnen Gesellschaften sehr flexibel formuliert werden solle.

Welche Versicherer aufgrund ihrer Rechtsform als Aktiengesellschaft, Gegenseitigkeitsverein oder öffentlicher Versicherer sowie als Einzelgesellschaft oder als Mitglied in einer Gruppe von der geplanten Reform kurz-, mittel- und langfristig eher profitieren oder eher benachteiligt sein würde, lässt sich laut Bender derzeit noch kaum abschätzen. Dies hänge sehr stark vom finanziellen Ist-Zustand der einzelnen Gesellschaft ab. Eine Notwendigkeit zur Änderung der bestehenden Rating-Beurteilungen von Versicherern als Folge des Lebensversicherungsreformgesetzes vermag er aber aktuell nicht zu erkennen. (rem)

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