Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

Versicherungsschutz für Schwarzfahrer

17.08.2015 – Fahrkarte_by_Alipictures_pixelio.deIn Bern sollen sich künftig Pendler ohne gültigen Fahrausweis nicht vor Kontrolleuren fürchten müssen. Ein Schweizer kopiert das schwedische Konzept der Organisation Planka.nu, die eine Versicherung für Schwarzfahrer bereits seit 14 Jahren anbietet. Pendler zahlen monatliche Prämien, danach sollen sie ohne Fahrausweise den ÖV benutzen. Juristisch heikel: Bußen dürfen nicht auf Dritte abgewälzt werden.

Sollte ein versicherter Fahrgast ohne Ticket von Kontrolleuren erwischt werden, wird die Geldstrafe aus der Kasse der Versicherung bezahlt. Man könnte meinen, dass für das Geld der monatlichen Prämie einfach die Monatskarte selbst bezahlt werden könne. Allerdings scheint das Konzept sowohl für die Versicherungsnehmer als auch für die Gesellschaften rentabel zu sein. Laut New York Times hat die schwedische Organisation Planka.nu 2013 rund doppelt so viel eingenommen wie für die Bezahlung der Bußgelder ausgegeben. Die monatlichen Gebühren für die Kunden belaufen sich dort auf rund 15 US-Dollar.

Auch in Paris bildete sich eine ähnliche Solidargemeinschaft, doch das Geschäftsmodell funktioniert nicht in allen Ländern. In den meisten Großstädten gibt es im Nahverkehr automatische Türen, die sich nur öffnen, wenn man einen gültigen Fahrschein besitzt. Auch aus juristischer Sicht ist das geplante Projekt problematisch. Das Schweizerische Bundesgericht hat entschieden, dass Haftstrafen und auch Bussen nicht auf Dritte abgewälzt werden dürfen. Solche Verträge wären somit nichtig. Damit soll die Gesetzeskonformität bewahrt werden, weil sonst unfaires Verhalten auch noch versichert wäre. (vwh/dg)

Bildquelle: Alipictures / pixelio.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten