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Solvency II: Risikofaktor IT-Provider

31.03.2016 – Witte_MicrofinSeit Jahresbeginn gilt für die europäische Versicherungswirtschaft das neue Aufsichtsregime Solvency II. “Für Versicherer kann sich dieses Gefühl der Zeitschleife beim Dauerthema Solvency II durchaus einstellen”, meint Jochen Witte, Principal Consultant der microfin Unternehmensberatung. Allerdings sind von dem neuen Regelwerk nicht nur Versicherer betroffen. Auch für das IT-Outsourcing gelten neue regulatorische Anforderungen.

So stelle sich die Frage, “ob die regulatorischen Bestimmungen zu einer eigenen Verantwortung auf Seiten der IT-Provider führen, obwohl diese in der Regel nicht zur regulierten Branche gehören.” Die Antwort scheint zunächst klar: “Rein rechtlich gesehen ist dies erst einmal klar zu verneinen. Wer einer Branche nicht angehört, kann auch den regulatorischen Anforderungen dieser Branche nicht unterliegen. Rein faktisch scheint hier die Antwort weniger eindeutig zu sein”, erläutert Witte gegenüber VWheute.

Allerdings sind auch Verträge zum IT-Outsourcing von den regulatorischen Anforderungen der jeweiligen Branche betroffen. Werden diese jedoch nicht erfüllt, kann die zuständige Aufsichtsbehörde auf Basis eigener Prüfungserkenntnisse “die weitere Zusammenarbeit auf Grundlage des bestehenden Vertrags untersagen”, betont Witte. Die Folge: ein Sonderkündigungsrecht des Versicherers, “wodurch für den Fall einer vorzeitigen Trennung eventuell vereinbarte Remanenzkosten oder auch vereinbarte Mindestumsätze ersatzlos entfielen.” Des Weiteren “wäre der IT-Provider ‘über Nacht’ seinen Kunden los. Viel schlimmer ist das aber für den Versicherer, der quasi ‘über Nacht’ mit einem schwerwiegenden Problem da steht”, betont der Experte.

Das Fazit: Für bestehende Verträge gilt aus Wittes Sicht nun eine zeitnahe Review-Pflicht. Bleibt diese aus, bedeutet dies für beide Seiten “ein riskantes Spiel: sowohl für den Versicherer, der zu sehr auf die Prozesskontrolle durch den Provider vertraut und damit seine Compliance aufs Spiel setzt, als auch für den Provider, der seine Vertrauenswürdigkeit untergräbt.”

Dennoch hat sich der Support durch Externe gerade auch für Versicherer zu einem unternehmerischen Schlüsselfaktor entwickelt. Entscheidend für die Beschäftigung externer Helfer sind dabei aber nicht nur die wirtschaftliche Attraktivität des Angebotes, sondern auch die Erfahrung des Dienstleisters in der Financial Services Industrie (siehe DOSSIER). (vwh/td)

Bild: Jochen Witte, Principal Consultant, microfin Unternehmensberatung (Quelle: Microfin)

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