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Solvency II: Bafin will für Captives keine pauschalen Erleicherungen

12.12.2013 – Solvency II wird ab 2016 zu erheblichen Veränderungen in der Aufsicht von Erst- und Rückversicherern in der EU führen. Captives sind aber weiterhin eine Investition mit vielen Vorteilen für deutsche Konzerne und Mittelständler. Aufsichtsfreie Pool-Lösungen können nur schwer punkten. Das war der Tenor der Euroforum-Veranstaltung „Captives, Selbstversicherung und Eigentragungsmodelle“ am 11. Dezember in Düsseldorf – der ersten in Deutschland zu diesem Thema seit einigen Jahren.

Im Detail gingen die Erwartungen der Industrieversicherungsbranche über die Auswirkungen von Solvency II durchaus auseinander. Etwa 45 Versicherungsnehmer, Captive-Eigentümer, Makler und Juristen diskutierten über rechtliche Rahmenbedingungen, praktische Selbstversicherungsstrategien und die richtige Form des Eigenbehalts in der Industrieversicherung. Teilnehmer waren unterschiedlicher Ansicht über die Auswirkungen von Solvency II auf Captives. Während einige Captive-Eigentümer überbordende administrative und kapitalseitige Anforderungen befürchteten, fanden andere diese bei angemessener Vorbereitung zu bewältigen. Einigkeit herrschte darüber, dass die Kosten für den Betrieb von Captives innerhalb des Geltungsbereichs von Solvency II tendenziell zunehmen werden.

Der Proportionalitätsgrundsatz im Solvency II – Regelwerk sollte nach Größe, Art und Komplexität der Versicherer abgestufte aufsichtsrechtliche Regelungen ermöglichen. BaFin-Referentin Andrea Groß stellte mit Blick auf die künftigen Solvency-II-Anforderungen klar, dass die BaFin derzeit nicht beabsichtige, den zehn unter deutscher Aufsicht stehenden Captives pauschale Erleichterungen zu gewähren. Für die Berechnung des Solvenzkapitals sähen EIOPAs Durchführungsbestimmungen jedoch Erleichterungen vor.

Pools scheinen keine vollwertige Alternative zu Captives zu sein. Um aufsichtsfrei zu sein, muss mindestens eines der kumulativen Kriterien für Aufsichtspflicht nicht erfüllt sein. Das kann der Risikotransfer zwischen den Pool-Mitgliedern, der Rechtsanspruch des „Versicherungsnehmers“ auf Schadenausgleich, die Kalkulation nach dem „Gesetz der großen Zahl” (d.h. die beabsichtigte Risikoentlastung durch die Gewinnung einer ausreichenden Anzahl von Beteiligten) oder die Entgeltlichkeit sein. Praktisch dürften diese Einschränkungen nur schwer zu realisieren sein. (wm)

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