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“Smart Insurance stärkt die Solidarität”

20.10.2016 – Dr. Ute_Apel. GeneraliDer Blick in die Zukunft – die Griechen befragten dazu die Orakel. Die Versicherer haben wissenschaftlichere Methoden entwickelt, um das Kommende vorherzusagen. Eine Antwort auf die Anforderungen von Morgen ist das Konzept “Smart Insurance“. Doch ist das wirklich die Lösung oder lediglich ein Versuch, der bald vergessen ist? VWheute hat bei der Expertin Ute Apel, Country Functional Head / TechEx P&C bei Generali, nachgefragt.

VWheute: Ist Smart Insurance (SI) die Zukunft der Versicherung, wie wird sich SI entwickeln – gerade hierzulande?

Apel: Die Versicherungsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch (makroökonomische Herausforderungen, verändertes Verbraucherverhalten, neue Möglichkeiten der Digitalisierung, neue Wettbewerber aus der Internetbranche). Nur wer diese Chancen rechtzeitig ergreift, wird wettbewerbsfähig bleiben. Mit Smart Insurance Lösungen sprechen wir eine neue risikobewusste und digitalaffine Kundengruppe an. Es handelt sich um ein Zusatzangebot zur “traditionellen” Produktwelt.

Smart Insurance Lösungen bieten Prävention als Mehrwert an. Anstatt nur Schäden zu regulieren, bieten wir den Kunden die Möglichkeiten zur Prävention: Wir beraten sie, wie sie besser fahren, gesünder leben oder ihr Heim sicherer machen können. So helfen wir unseren Kunden Schäden zu verhindern und Risiken zu minimieren. Hier ergibt sich gerade im deutschen Markt ein großes Potenzial, dass auch neuen Gewohnheiten in der Art zu kommunizieren Rechnung trägt.

VWheute: Ist SI nur etwas für junge Menschen oder nur ein Versuch der Versicherer, junge und gute Risiken an sich zu binden?

Apel: Jeder kann profitieren: Egal, ob alt oder jung, gesund oder krank – der Zugang zu Smart Insurance Lösungen steht jedem offen, wir schließen niemanden aus. Bei Generali Vitality beispielsweise geht es um die Verbesserung des eigenen Gesundheitszustands unabhängig vom Ausgangsniveau. Auch Kunden mit Vorerkrankungen können teilnehmen, denn die Erreichung von Gesundheitszielen wird individuell festgelegt.

VWheute: Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), befürchtet, dass rein technikgestützte Verhaltenstarife zu einer Erosion des Versicherungssolidarprinzips führen werden. Wie steht die Generali mit Ihrem Programm Vitality zu dieser Ansicht?

Apel: Der Kollektivgedanke ist bildlich gesprochen der Sauerstoff, den die Versicherungs-wirtschaft zum Leben benötigt. Smart Insurance Lösungen stärken die Solidarität in der Versichertengemeinschaft, indem sie Fairness fördern: Sie setzen Anreize, sich risikobewusster zu verhalten, um Schäden zu minimieren.

Das Grundprinzip der Versicherungswirtschaft ist die risikogerechte Kalkulation, die bleibt auch bei Smart Insurance Lösungen erhalten. Wenngleich der Kunde die Risiken besser steuern kann, kann er diese nie ganz ausschließen. Die Gemeinschaft aller Versicherten tritt, wie bei jedem Versicherungsprodukt, für einander ein, d.h. eine Auszahlung erfolgt aus dem Topf des gesamten Kollektivs, unabhängig davon, wie viel Prämie eingezahlt oder wie hoch das Risiko ursprünglich eingeschätzt wurde.

VWheute: In Deutschland wird Vitality von Datenschützern kritisch gesehen. Sind die Deutschen zu penibel beim Datenschutz – bzw. überwiegen die Vorteile von Smart-Insurance die Nachteile?

Apel: Datenschutz hat hohe Priorität: Der Kunde entscheidet, welche Daten er uns freiwillig übermitteln möchte. Wir sind kein Informationsvermittler, sondern nutzen die Daten lediglich, um bessere Versicherungslösungen anbieten zu können. Unsere Kunden vertrauen uns, indem sie uns zum Teil jahrzehntelang für ihr Geld Sorge tragen lassen. Deshalb können sie sich auch darauf verlassen, dass der sensible Umgang mit personenbezogenen Daten für uns oberste Verpflichtung ist. Wir stellen dabei hohe Datenschutzanforderungen sicher und schützen die Daten mit hochentwickelten Methoden gegen Angriffe von Hackern

Bei Generali Vitality findet eine rechtliche und organisatorische Trennung zwischen Versicherungsunternehmen und dem datenverarbeitenden Unternehmen statt, sprich der Versicherer hat keinen Zugriff auf die vom Kunden freiwillig zur Verfügung gestellten Daten, sondern erhält lediglich eine Information über das Statuslevel. Beim Vitality-Programm werden auch keine Daten automatisiert erhoben, sondern der Kunde liefert auf freiwilliger Basis Informationen zu bestimmten gesundheitsrelevanten Aktivitäten, die Bestandteil des Programmes sind und die der Kunde selber festlegen kann.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

Bild: Ute Apel, Country Functional Head, TechEx P&C bei Generali / Quelle: Generali

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