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Sinkende Zahlungsmoral im Jahr des Feueraffen

02.03.2016 – China _M. Hermsdorf_pixelio.de -Euler Hermes prognostiziert für China auch im Jahr des Feueraffen erhebliche Probleme. Demnach rechnet der Kreditversicherer für 2016 mit einer Verschlechterung der Zahlungsmoral im Reich der Mitte um weitere drei Tage. Die Insolvenzen steigen laut einer aktuellen Studie um weitere 20 Prozent. Wegen des Strukturwandels stehe das produzierende Gewerbe zudem durch die hohe Verschuldung und geringe Margen vor großen Herausforderungen.

“Der Affe gilt als agil, schlau, flexibel und als guter Problemlöser – 2016 steht er aber auch vor großen Herausforderungen”, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt bei der Euler Hermes Gruppe. Nach Ansicht der Volkswirte des Kreditversicherers gelten vor allem volatile Märkte, eine gelockerte Geldpolitik, steigende Zahlungsausfälle und Insolvenzen, zunehmende Kapitalflucht und geringere Investitionen in Forschung und Entwicklung, geringere Exporteinnahmen in US-Dollar mit erheblichen Folgen für die chinesische Zulieferkette sowie ein Abwärtstrend der Währung als zentrale Herausforderungen, die China und damit auch ihre Handelspartner in diesem Jahr bewegen werden.

Dabei hat die aktuelle Krise nach Ansicht der Experten von Euler Hermes ihre Ursache nicht nur in einem etwas verlangsamten Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent im Jahr 2016 und 6,4 Prozent in 2017. Auch politische Entscheidungen spielen laut Kreditversicherer eine wesentliche Rolle. Grund Eins sei ein gezielter Strukturwandel weg von einem Produktionsland, so Euler Hermes.

“Die chinesische Regierung hat sich einen gezielten Strukturwandel zum Ziel gesetzt”, sagte Subran. “Sie will die Wertschöpfungskette hinaufklettern und weg vom billigen Produktionsland, hin zu einer vom Dienstleistungssektor geprägten Wirtschaft. Das bedeutet: Viele Branchen, die in der Vergangenheit gefördert wurden, stehen nun nicht mehr im strategischen Fokus des Staates – und die Regierung hat keine Angst mehr, diese pleite gehen zu lassen”, ergänzt der Chefvolkswirt.

Vor allem das Baugewerbe, die Metall- und Stahlindustrie, der Bergbau und die produzierende Industrie mit geringer Wertschätzung fänden sich in einem gänzlich anderen Umfeld wieder, dem viele Unternehmen nicht trotzen können. Die Folge: Durch die hohe Verschuldung und die inzwischen vergleichsweise hohen Löhne im Land sind zahlreiche Betriebe nicht mehr wettbewerbsfähig, um sich ohne die staatliche Hilfe zu behaupten. Die Folge sei ein entsprechender Schneeballeffekt: Chinesische Unternehmen straucheln und reißen die Zulieferkette mit in die Tiefe, konstatiert Euler Hermes.

Den zweiten entscheidenden Grund sehen die Experten im Kampf gegen Schattenbanken, der zu restriktiverem Zugang zu Krediten führe. Da die chinesische Zentralregierung schärfer gegen Schattenbanken vorgehe, lasse sich auch bei den Ausgaben der Lokalregierungen eine wachsende Disziplin erkennen, ergänzt der Kreditversicherer. Die Folge: eine sinkende Liquidität bei Unternehmen. Zudem sei durch den schwierigeren Zugang zu Bankkrediten oder alternativen Finanzierungsmöglichkeiten eine wachsende Anzahl von Unternehmen in China auf Lieferantenkredite angewiesen, betont Euler Hermes. (vwh/td)

Bildquelle: M. Hermsdorf / pixelio.de

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