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Sinkende Zahlungsmoral in den USA

04.03.2016 – USA_canuckboy_sxcDen deutschen Unternehmen machen derzeit nicht nur die Turbulenzen in China zu schaffen. Auch in den USA sinkt die Zahlungsmoral deutlich, so eine aktuelle Studie des Kreditversicherers Euler Hermes. “Nach sechs Jahren des stetigen Rückgangs erwarten wir in den USA 2016 erstmals wieder einen Anstieg der Insolvenzen um drei Prozent”, sagt Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe.

“Unser ‘Payment Behavior Index’ (PBI) ist im vergangenen Jahr zudem deutlich gesunken, was auf steigende Zahlungsverzögerungen und damit auf eine schlechtere Zahlungsmoral amerikanischer Unternehmen schließen lässt”, konstatiert Subran weiter. Zudem spreche die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eine ähnliche Sprache: “Das Wachstum hat sich Ende 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgeschwächt. Auch für 2016 erwarten wir mit einem BIP-Plus von 2,3 Prozent in den USA eine eher laue Wachstumsbrise. Hauptgrund ist der schwache Welthandel”, ergänzt der Chefvolkswirt des Kreditversicherers.

“Die sinkende Zahlungsmoral und steigende Insolvenzen sowohl in China als nun auch beim inzwischen allerwichtigsten Handelspartner USA bedeuten signifikant steigende Risiken für die exportorientierte deutsche Wirtschaft”, ergänzt Ron van het Hof, Vorstandsvorsitzender von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. “Die USA haben für deutsche Ausfuhren eine große Bedeutung und sind 2015 erstmals an Frankreich als wichtigster Handelspartner Deutschlands vorbeigezogen. Die US-Geldpolitik führt nun allerdings zu einem restriktiveren Zugang zu Krediten in den USA sowie wesentlich höheren Kapitalkosten.”

Zudem erwartet Euler Hermes in diesem Jahr mit einem weiterhin schwachen Welthandel, niedrigen Rohstoffpreisen und einer schwachen Entwicklung bei den Maschinenbestellungen. Demnach sehen sich die US-amerikanischen Metall- und Maschinenbauunternehmen laut Euler Hermes großem finanziellen Druck gegenüber. Neben der schwachen globalen Nachfrage sind nach Aussage des Kreditversicherers die ausbleibenden Bestellungen von Ölfirmen im Bereich Rohre und Maschinen dafür verantwortlich sowie der starke Dollar.

Daneben mache die starke US-Währung die US-amerikanischen Produkte im Export teurer und weniger wettbewerbsfähig. Gleichzeitig entstehe dadurch eine Flut an günstigen Importwaren, mit denen die amerikanischen Unternehmen schwer konkurrieren können. “Obwohl der US-Dollar in den letzten Wochen leicht gefallen ist, erwarten wir nicht, dass er weit genug fallen wird, um Exporte zu stützen oder den Wettbewerb von billigen Importen zu mindern”, sagte Subran. “Gegenläufig erwarten wir jedoch Verbesserungen in der amerikanischen Lebensmittelbranche sowie einen starken Zuwachs im Automobilsektor durch einen Absatzboom in Folge der niedrigen Benzinpreise.” (vwh/td)

Bildquelle: canuckboy / sxc

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