Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 


- Anzeige -

Schwächelnder Welthandel bei steigenden Risiken

29.01.2016 – Container_by_URSfoto_pixelio.deDer Welthandel wird in diesem Jahr deutlich schwächeln. Gleichzeitig sind die geopolitischen Risiken weiterhin hoch. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie “Die sieben Zwerge des Welthandels” des Kreditversicherers Euler Hermes. Demnach rechnen die Volkswirte mit einem Wachstum von 2,8 Prozent für 2016 und mit drei Prozent für 2017.

Einen Grund für die derzeitige Schwächephase sieht der Kreditversicherer nicht nur den unverändert hohen geopolitischen Risiken. “Zudem ist die Volatilität hoch, die Rohstoffpreise sind im Keller und die Schwellenländer leiden unter der China-Grippe und den Zinsanhebungen der Fed. In vielen Märkten steigt die Unsicherheit und wir erwarten aufgrund der jüngsten Entwicklungen für 2016 erstmals wieder einen Anstieg der weltweiten Unternehmenspleiten um plus ein Prozent nach einem Rückgang um fünf Prozent im vergangenen Jahr”, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Euler Hermes.

Positiv bewertet der Experte hingegen, “dass die Privatinvestitionen endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Das könnte das Wachstum etwas stützen. In Europa sehen wir zudem steigende Umsätze, eine verbesserte Profitabilität und geringere Kapitalkosten. Die Schatzkammern sind ganz gut gefüllt, was zu positiven Überraschungen führen könnte”, ergänzt Subran.

Laut Studie definiert der Kreditversicherer vor allem sieben Gründe, weshalb die Zuwachsraten im internationalen Welthandel bereits zum sechsten Mal in Folge unter der Drei-Prozent-Marke dümpeln:

Zwerg Schlafmütze: So erwartet Euler Hermes, dass der weltweite Handel 2016 um +0,9 Prozent im Wert und um +3,7 Prozent im Volumen wächst – insgesamt also ein reales Wachstum von 2,8 Prozent. Zum Vergleich: allein zwischen 2000 und 2010 lagen die Zuwachsraten bei rund sechs Prozent.

Zwerg Brummbär: Laut Kreditversicherer sind auch 2016 einige Schwellenländer besonders anfällig für wirtschaftliche Erschütterungen. Brasilien, Russland, Nigeria, die Türkei und Südafrika (die BRuNTS-Länder) sehen sich verschärften externen Finanzierungsbedingungen, Währungsabwertungen und schwierigen politischen Entscheidungen gegenüber, so Euler Hermes. Den Grund sehen die Volkswirte u.a. in den dauerhaft niedrigen Einnahmen aus Rohstoffverkäufen, der sich abschwächenden Konjunktur in China und der Geldpolitik der USA.

Zwerg Pimpel: Die Ölpreise werden laut Euler Hermes auf absehbare Zeit weiterhin niedrig bleiben. Für die nettoölimportierenden Länder bedeute dies zwar einen starken Rückenwind. Die nettoerdölexportierenden Länder werden darunter hingegen weiter leiden.

Zwerg Hatschi: Die weiterhin volatilen Finanzmärkte werden nach Einschätzung der Volkswirte von Euler Hermes den Druck auf die Währungen der Rohstoffexporteure durch die schwierigen Rohstoffmärkte noch weiter erhöhen. Zwar werden sich laut Prognose die Preise für Grundrohstoffe wie Nickel, Sojabohnen und Zink 2016 stabilisieren. In anderen Bereichen sehe es hingegen weitaus düsterer aus.

Zwerg Chef: Dank der der Anleihekäufe durch die Japanische Zentralbank, die EZB und die Chinesische Volksbank werde es laut Euler Hermes auch 2016 zu keinen weltweiten Liquiditätsengpässen kommen. Gleichzeitig wird die Fiskalpolitik in einigen großen Volkswirtschaften statt des bisherigen deutlichen Gegenwinds einen moderaten Rückenwind verspüren, prognostiziert der Kreditversicherer.

Zwerg Seppl: Gleichzeitig bleibe die weltpolitische Lage 2016 erneut äußerst unsicher, was den Unternehmen den Blick in die Zukunft erschwere, konstatieren die Volkswirte von Euler Hermes. So reiche die Ungewissheit vom “Brexit”-Risiko über die Sanktionen gegen Russland bis hin zu den anstehenden Wahlen in einigen der größten Volkswirtschaften im Laufe diesen Jahres, darunter auch die Präsidentschaftswahlen in den USA.

“2015 war für die Weltwirtschaft ein hartes Jahr, nicht zuletzt wegen der Erkenntnis, dass der chinesische Konsument die Welt nicht retten kann”, resümiert Chefvolkswirt Subran. Allerdings finde die Eurozone “endlich wieder ihren Weg zurück zum Wachstum, und einige Schwergewichte wie Indien, Indonesien und Mexiko haben ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Turbulenzen in den Schwellenländern bewiesen. 2016 wird es daher stärker als je zuvor um “Differenzierung” gehen”, prognostiziert der Experte für 2016. (vwh/td)

Link: Die vollständige Studie von Euler Hermes (PDF)

Bildquelle: URSfoto / pixelio.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten