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Schon bald über vier Millionen Pflegebedürftige

25.02.2014 – pflegerDie Pflegeversicherung gilt als Wachstumsmarkt. Das „Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz“, in Teilen Ende 2012 und zum 1. Januar 2013 in Kraft getreten, hat das Ziel, die Pflegeversicherung auf den demographischen Wandel vorzubereiten. Mit dem sogenannten „Pflege-Bahr“ werden staatliche Anreize zur privaten Vorsorge geschaffen. Auf dem Euroforum-Kongress am 24. und 25. Februar in Köln diskutierten Politik, Wissenschaft, Verbände und Unternehmen über die drastischen Folgen, wenn immer mehr Bürger auf Pflege angewiesen sein werden.

Schon in wenigen Jahrzehnten dürften über vier  Millionen Bürger in Deutschland Pflege beanspruchen. Deshalb sei es besonders dringend erforderlich, schon heute die Weichen für ein Pflegesystem zu stellen, um die Angst vor der eigenen Pflegebedürftigkeit zu nehmen.

Das Gesetz sieht deshalb u.a. eine Erhöhung der Leistungen für Demenz-Erkrankte in der ambulanten Versorgung vor, sowie eine Ausweitung der Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige mit ihren Angehörigen, beispielsweise durch die Einführung von Betreuungsleistungen und die Möglichkeit der Vereinbarung von Zeitkontingenten neben den verrichtungsbezogenen Leistungskomplexen in der ambulanten Pflege. Die privaten Krankenversicherer haben inzwischen bei ihren Produktangeboten die neuen gesetzlichen Regelungen berücksichtigt. So enthält zum Beispiel die „PflegeRente“ der Stuttgarter Versicherungen bei Demenz-Pflege bereits ab mittelschwerer Demenz automatisch die Leistungen der Pflegestufe II.

Erstmals wird seit 2013 die freiwillige Vorsorge staatlich gefördert. Durch die Förderung privater Pflege-Zusatzversicherungen wird eine zusätzliche kapitalgedeckte Säule der Finanzierung geschaffen. Auf dem Kongress wurde deutlich, dass die private Krankenversicherung  auf die neue Situation bestens vorbereitet ist.  Dennoch besteht Einigkeit, dass das Bewusstsein in der Bevölkerung für die rechtzeitige Pflegevorsorge noch stärker in den Fokus gerückt werden muss.

Als zusätzliches Problem bei der Pflege von alten und kranken Menschen gilt außerdem, dass mehr für die Ausbildung von Pflegekräften getan werden muss und damit für die Aufwertung des Berufs Altenpfleger. Auf der einen Seite ist der Beruf in der Gesellschaft sehr angesehen, andererseits ist die Arbeit kräftezehrend und miserabel bezahlt, betonen Fachleute. Politiker  fordern gar eine deutlich bessere Bezahlung auf Handwerker-Niveau. Das komplexe Thema Pflege sei noch lange nicht vollständig im Bewusstsein der Menschen angekommen. Ein weiteres Manko besteht in der immer noch unzureichenden Pflegeberatung. Die Gründung eines „Zentrums für Qualität in der Pflege“ durch den PKV gilt als guter Ansatz. (wo)

Bild: Früher oder später kann und wird es jeden treffen: Hier hilft der Sohn seinem Vater, den rest besorgt die Pflegeversicherung. (Quelle: vwh)

Link: DOSSIER

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